Trotz Verletzung: Lindsey Vonn erwägt weiteres Ski-Comeback

Trotz Verletzung: Lindsey Vonn erwägt weiteres Ski-Comeback

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min

Lindsey Vonn (41) schließt nach ihrem Unfall bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo eine Rückkehr auf die Skipiste nicht aus – auch wenn ihre Familie sie davon abhalten wolle. "Ich weiß nicht, vielleicht würde ich noch ein weiteres Rennen machen. Vielleicht werde ich noch einmal fahren. Es könnte Spaß machen, noch einen letzten Lauf zu machen. Wir werden sehen", verriet Lindsey in der Sendung "Today". Lindsey betonte jedoch dabei, dass sie sich mental noch nicht in der Lage sehe, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Sie stecke noch zu sehr in der Situation fest, ihren olympischen Traum nicht verwirklichen zu können.

Die Skilegende begründete ihre Comeback-Überlegungen damit, dass sie nie die Chance auf einen finalen Abschied bekommen habe. Sie habe in dieser Saison so viel Freude am Skifahren gehabt wie schon lange nicht mehr – und dann kam alles zu einem abrupten, unfreiwilligen Ende. "Ich kann weitermachen. Das ist keine Frage des Könnens. Ich habe bereits sechs Jahre lang aufgehört und weiß, wie es sich anfühlt, keine Skiläuferin mehr zu sein", sagte sie gegenüber Moderator Craig Melvin. Vielleicht, so ließ sie anklingen, würde ein einziges weiteres Rennen genügen, um das Kapitel richtig abzuschließen. Schon im März hatte sie unmissverständlich klargemacht, dass sie sich von niemandem drängen lasse – weder zur Rückkehr noch zum endgültigen Rücktritt. Die Entscheidung liege allein bei ihr. Doch der Sturz von Cortina hängt ihr nach, emotional wie körperlich. Erst wenn sie wieder aufrecht gehen, am öffentlichen Leben teilnehmen und die Dinge aus einer neuen Perspektive betrachten könne, werde sie klarer sehen. Bis dahin halte sie sich alle Optionen offen.

Beim olympischen Abfahrtslauf verhakte sich Lindsey an einem Tor und stürzte so schwer, dass sie per Hubschrauber vom Hang abtransportiert werden musste. Besonders bitter: Sie hatte das Rennen nur neun Tage nach einem Kreuzbandriss am selben Bein bestritten. Der Sturz selbst stand damit in keinem direkten Zusammenhang – es war ein winziger Fehler, wie ihr Trainer Aksel Lund Svindal (43) gegenüber dem Magazin Vanity Fair erklärte: ein paar Zentimeter Abweichung, mit verheerenden Folgen. Die Diagnose lautete komplexer Schienbeinbruch. Zeitweise erwogen die Ärzte sogar eine Amputation des Beins, nachdem ein Kompartmentsyndrom eingetreten war. Insgesamt fünf Operationen folgten, darunter ein sechsstündiger Eingriff. Seitdem sitzt die dreifache Olympiamedaillengewinnerin im Rollstuhl und arbeitet hart an ihrer Rehabilitation.

Lindsey Vonn bei der Streckenbesichtigung in Crans-Montana
Getty Images
Lindsey Vonn bei der Streckenbesichtigung in Crans-Montana
Lindsey Vonn
Instagram / lindseyvonn
Lindsey Vonn
Lindsey Vonn, Februar 2026
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Lindsey Vonn, Februar 2026
Wie findet ihr Lindseys Idee von einem letzten, symbolischen Rennen für den perfekten Abschied?