Nach Online-Attacke: Lindsey Vonn wehrt sich gegen Trolle
Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina zog sich Lindsey Vonn (41) eine massive Beinverletzung zu, die sie an ein Krankenhausbett fesselte. Während dieser Zeit war ihr Smartphone die einzige Verbindung zur Außenwelt – und damit auch zu den zahlreichen Kommentaren, die sich im Internet über sie entluden. Viele Nutzer machten ihrem Unmut über das Comeback der Skirennläuferin Luft. Andere warfen ihr vor, trotz eines gerissenen Kreuzbandes angetreten zu sein. Im Gespräch mit People erklärt Lindsey, dass sie kein bisschen bereue, auf ihre Kritiker reagiert zu haben: "Manchmal habe ich mich aufgeregt und hatte Mühe, mich davon fernzuhalten, Trolle auf Twitter zu bekämpfen. Aber manchmal muss man einfach für sich selbst einstehen." Dass sie dabei womöglich ein paar Mal zu häufig reagierte, räumt sie selbst ein – doch angesichts der Umstände sei es schwer gewesen, sich zurückzuhalten.
Die erzwungene Passivität im Krankenhaus hinterließ deutliche Spuren an Lindseys Psyche. Gegenüber People schildert sie, dass sie in dieser Phase zeitweise unter Depressionen litt und die emotionalen Hochs und Tiefs kaum vorhersehbar waren. Vollständig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, empfand sie als besonders zermürbend – für jemanden, der sein Leben lang auf körperliche Stärke und Eigenständigkeit gebaut hat, eine ungewohnte und schmerzhafte Erfahrung. Sogenannte "Armchair Quarterbacks", also Kritiker ohne eigene Erfahrung im Hochleistungssport, wollten ihr nun erklären, was sie hätte anders machen sollen. Dazu sagt sie: "Es ist schwer, eine dicke Haut zu entwickeln, um nicht gegen jeden ankämpfen zu müssen, der dir sagen will, was du zu tun hast – oder wie du es tun sollst – wenn vielleicht fünf Menschen auf der Welt überhaupt verstehen, unter welchem Druck ich stand."
Aktuell ist Lindsey mit Krücken unterwegs und arbeitet Schritt für Schritt an ihrem Comeback in den Alltag. Sie konzentriert sich auf ihre Reha, engagiert sich nebenbei in einer Aufklärungskampagne über Antikörper für Invivyd und blickt vor allem nach vorn: "Das Flugticket ist gebucht!", verrät sie mit Vorfreude. "Ich will einen guten Sommer haben und muss mich ein bisschen von allem abkoppeln." Sie hofft, in etwa sechs Wochen wieder näher am normalen Leben zu sein. "Ich muss weiter Übungen machen, aber ich habe einiges geplant. Darauf freue ich mich sehr", so die Sportlerin.








