Ex-König Juan Carlos fordert mehr Präsenz für Enkelin Leonor
Klare Ansage aus dem Exil: König Juan Carlos (88) hat sich nach einer Ehrung in Paris zu Wort gemeldet und dabei überraschend offen über die Zukunft der spanischen Krone gesprochen. Im Gespräch mit der französischen Zeitung Le Figaro forderte der frühere Monarch, dass Prinzessin Leonor (20) künftig stärker sichtbar sein solle. Wörtlich sagte er über seine Enkelin: "Sie sollte stärker in den Vordergrund gestellt werden, da sie ein sehr gutes Bild der Monarchie vermittelt", so Juan Carlos. Zugleich sprach er über die aktuelle Lage in Spanien und über die Rolle seines Sohnes König Felipe (58). Die Worte des Ex-Königs sorgten für Aufmerksamkeit, weil er damit deutliche Akzente für die öffentliche Präsenz innerhalb der Königsfamilie setzt und Leonor ausdrücklich eine größere Bühne zuspricht.
In dem Interview verteidigte Juan Carlos grundsätzlich die Monarchie als Staatsform. Er erklärte, die Krone schaffe Stabilität und stehe über den Parteien. "Man wechselt nicht alle vier Jahre den König oder die Königin. Sie verkörpert vor allem auch die Einheit des Landes", sagte er Le Figaro. Europa zähle weiterhin mehrere Königshäuser: "Heute gibt es elf Monarchien in Europa, das hat seine Bedeutung", so der Ex-König. Mit Blick auf Madrid klang der Royal zugleich nachdenklich. "Im Moment, mit der aktuellen Regierung, muss es für meinen Sohn sehr schwer sein. Die Zeiten ändern sich, und Spanien hat sich natürlich verändert", erklärte er. Persönlich blickte er ebenfalls zurück: "Letztendlich wurde mein Leben von den Anforderungen Spaniens und des Throns bestimmt. Ich habe den Spaniern durch die Einführung der Demokratie die Freiheit zurückgegeben, aber ich selbst konnte diese Freiheit nie genießen", sagte er dem Blatt.
Juan Carlos lebt seit 2020 in Abu Dhabi und zeigt sich nur gelegentlich wieder öffentlich. Vor Kurzem war er in Spanien an der Seite seiner Tochter Infanta Elena bei einem Stierkampf zu sehen. Kurz darauf wurde er in Paris für seine Memoiren "Reconciliación" mit einem Sonderpreis für politische Literatur geehrt. Die Auszeichnung in der französischen Nationalversammlung war im Vorfeld umstritten, da Juan Carlos in Spanien weiterhin polarisiert und das Buch wegen kritischer Aussagen über Königin Letizia (53) für Spannungen in der Familie sorgte. Leonor ist die älteste Tochter von König Felipe und Letizia und die Thronfolgerin. Als Enkelin des Ex-Königs stand sie im Gespräch nun besonders im Fokus.









