Klage: MrBeast weist sexuelle Belästigungsvorwürfe zurück

Klage: MrBeast weist sexuelle Belästigungsvorwürfe zurück

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min

Eine ehemalige Social-Media-Mitarbeiterin hat MrBeast (27) und sein Unternehmen verklagt – und das Lager des YouTube-Stars reagierte prompt mit Gegenwehr. Lorrayne Mavromatis erhebt schwere Anschuldigungen: Sie sei während ihrer Beschäftigung sexuell belästigt, nach einer internen Beschwerde darüber zurückgestuft und schließlich kurz nach ihrer Rückkehr aus dem Mutterschutz entlassen worden. Zudem habe das Unternehmen sie unter Druck gesetzt, noch während der Entbindung an einer Telefonkonferenz teilzunehmen und sie nicht über ihre gesetzlichen Rechte nach dem US-amerikanischen Mutterschutzgesetz informiert. MrBeast ließ die Vorwürfe laut Deadline über einen Sprecher umgehend zurückweisen: "Diese auf Aufmerksamkeit ausgerichtete Klageschrift basiert auf bewussten Falschdarstellungen und kategorisch falschen Aussagen". Man habe Beweise wie Slack- und WhatsApp-Nachrichten, Firmendokumente sowie Zeugenaussagen, die Mavromatis' Darstellung klar widerlegen würden.

Der frühere CEO von Beast Industries, James Warren, habe Mavromatis zu Einzelgesprächen in sein Zuhause bestellt und Kommentare über ihr Äußeres gemacht, so die Klage. Besonders ins Auge sticht ein Vorwurf, dem zufolge Warren über MrBeast gesagt haben soll, dieser ziehe sich bei ihrer Anwesenheit unter dem Vorwand eines Toilettenbesuchs zurück, um sich selbst zu befriedigen. Die Klageschrift verweist zudem auf ein unternehmensinternes Handbuch, das unter dem Namen "The Beast Bible" bekannt ist. Darin sollen laut Bloomberg Law Regeln wie "Es ist in Ordnung, wenn die Jungs kindisch sind" stehen – eine Formulierung, die laut Mavromatis die systematisch männlich geprägte Arbeitsatmosphäre widerspiegle. MrBeast betreibe sein Unternehmen ohne grundlegende arbeitsrechtliche Schutzstandards. Das Unternehmen bezeichnet die gesamte Klage als den Versuch, "sich eine Auszahlung zu erschleichen".

Bereits im September 2024 reichten fünf anonyme Teilnehmerinnen und Teilnehmer seiner Amazon-Gameshow "Beast Games" eine Sammelklage ein – gegen MrBeast persönlich, sein Produktionsunternehmen sowie Amazon MGM Studios. Laut den Klägerinnen und Klägern herrschten am Filmset unhaltbare Zustände: Es seien Mindestlöhne nicht gezahlt, Überstunden nicht vergütet und Frauen sexuell belästigt worden. Die Anwaltschaft der Klägerinnen und Kläger erklärte damals, man wolle damit "ein Muster sexueller Belästigung" juristisch etablieren. Amazons Streamingdienst hatte die Show dennoch für eine zweite Staffel verlängert, die Anfang Januar anlief und Ende Februar zu Ende ging.

MrBeast, YouTuber
IMAGO / Agencia EFE
MrBeast, YouTuber
MrBeast und Thea Booysen, April 2025
Getty Images
MrBeast und Thea Booysen, April 2025
MrBeast bei den "Beast Games"
© Amazon Content Services LLC
MrBeast bei den "Beast Games"
Wem messt ihr in diesem Fall mehr Glaubwürdigkeit zu?