Gerichtsprozess zerstört Leben von Amy Winehouses Freundin

Gerichtsprozess zerstört Leben von Amy Winehouses Freundin

- Anna Pejsek
Lesezeit: 2 min

Ein Gerichtsprozess hat das Leben von Catriona Gourlay, einer engen Vertrauten der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse (†27), nach eigenen Angaben vollständig zerstört. Die 43-Jährige gab jetzt in einem ersten ausführlichen Interview über den Rechtsstreit gegenüber dem britischen Magazin Mail on Sunday zu Protokoll, wie tief die Klage von Amys Vater Mitch Winehouse (75) sie getroffen hat. Mitch hatte sie und Amys Freundin Naomi Parry verklagt, weil sie Kleider und andere Gegenstände versteigert hatten, die Amy ihnen zu Lebzeiten geschenkt hatte. Catriona hatte das Geld aus den Auktionen genutzt, um sich eine Kinderwunschbehandlung zu finanzieren. Der Prozess erstreckte sich über mehr als vier Jahre – und hat bei Catriona tiefe Wunden hinterlassen: Sie verlor ihren Job an einer Universität in Brighton, wurde mit Angststörungen konfrontiert, steht kurz vor der Privatinsolvenz und musste ihren Traum vom Mutterwerden aufgeben. "Das hat mein Leben ruiniert", sagt sie.

Mitch scheiterte mit seiner Klage: Die zuständige Richterin erklärte ihn zum unglaubwürdigen Zeugen und befand, dass Catriona und Naomi Amy gegenüber stets loyale Freundinnen gewesen waren. Trotz dieses juristischen Erfolgs fühlt Catriona sich keineswegs als Siegerin. Aus den Auktionen habe sie nach eigenen Angaben lediglich rund 176.000 Euro vor Steuern erlöst – weit weniger als die öffentlich kolportierten 2,7 Millionen Euro. Vor allem der seelische Schaden wiegt schwer: "Ich leide unter Angststörungen und das hier war mein schlimmster Alptraum", sagt sie. Besonders schmerzhaft sei gewesen, als Mitch vor Gericht aussagte, er habe sie geliebt und wie eine Tochter betrachtet. "Wie kann man das zu jemandem sagen, über einen Gerichtssaal hinweg, und wissen, was man ihm angetan hat?", fragt Catriona.

Catriona und Amy lernten sich 2002 kennen, als Catriona in einem Vintagegeschäft auf der Brick Lane in London arbeitete. Schon drei Monate nach ihrem ersten Treffen zogen die beiden gemeinsam in eine Wohnung in Camden. Ihre Freundschaft beschreibt Catriona als "multifacettiert" – eng, tief und von gegenseitiger Liebe geprägt. So eng, dass es Catriona war, die Amy nach ihrem Tod für die Beisetzung herrichtete und mit der Friseurin koordinierte, wie Amys berühmtes Haar für den Sarg gestylt werden sollte. Auch nach Amys Tod im Juli 2011 blieb sie zunächst mit Mitch in Kontakt, der sie wie eine Tochter behandelt habe. Dass daraus ein jahrelanger Rechtsstreit wurde, sei für sie unvorstellbar gewesen. Mitch hatte Catriona und Naomi als Administrator von Amys Nachlass verklagt, weil er den Erlös aus den Auktionen für den Nachlass beanspruchte.

Naomi Parry und Catriona Gourlay bei der Eröffnung der Amy-Winehouse-Ausstellung im Grammy Museum, Los Angeles, 20. Januar 2020
Getty Images
Naomi Parry und Catriona Gourlay bei der Eröffnung der Amy-Winehouse-Ausstellung im Grammy Museum, Los Angeles, 20. Januar 2020
Mitch Winehouse, Vater von Amy Winehouse
Getty Images
Mitch Winehouse, Vater von Amy Winehouse
Amy Winehouse und ihr Vater Mitch in London, 2008
Getty Images
Amy Winehouse und ihr Vater Mitch in London, 2008
Wie wirkt Mitchs Vorgehen vor Gericht auf euch?