Olivia Jones berichtet im TV über ihre schwierige Kindheit

Olivia Jones berichtet im TV über ihre schwierige Kindheit

- Yasmin Keller
Lesezeit: 2 min

Anlässlich des neuen autobiografischen ZDF-Films "Olivia" spricht Olivia Jones (56) offen über die Schatten ihrer Kindheit. Die 56-Jährige wuchs als Oliver Knöbel im niedersächsischen Springe auf und merkte früh, dass sie anders war als andere Kinder. Sie verkleidete sich, trug Pumps und Nachthemden ihrer Mutter – und erntete dafür kaum Verständnis. Gegenüber Bild erinnerte sich die Entertainerin an besonders schmerzhafte Momente: "Meine Mutter ist nicht mehr mit mir auf die Straße gegangen." Wenn ihre Mutter sie von der Schule abgeholt habe, habe sie weiter entfernt geparkt, "damit sie keiner sieht".

Besonders tief habe sie eine Aussage ihrer Mutter getroffen, die in ihrer Verzweiflung gesagt habe, dass Menschen, die Travestie machen, "aus Sicht der Gesellschaft Abschaum seien". Auch gegenüber Merkur schilderte Olivia, wie schwer diese Zeit für sie war: "Ich hatte sehr viel Gegenwind. Nicht nur von der Familie, sondern auch von der Gesellschaft." Gerade in einer so prägenden Phase des Lebens sei das besonders belastend gewesen. Heute blickt sie jedoch versöhnlicher auf ihre Mutter und erklärt: "Ich bin froh, dass ich mich mit meiner Mutter versöhnt habe. Es ist das Wichtigste im Leben, dass man verzeiht." Die Situation ihrer Mutter könne sie heute besser verstehen, denn auch diese sei damals gesellschaftlichem Druck ausgesetzt gewesen. "Das waren andere Zeiten vor 40 Jahren", so Olivia. Außerdem sei sie selbst Opfer körperlicher Angriffe geworden – ein blaues Auge habe sie sogar überschminkt, damit zu Hause niemand sage: "Selber schuld."

Bereits vor dem TV-Termin hatte Olivia in einem Interview von Suizidgedanken gegenüber TV Digital in ihrer Jugend berichtet und davon, wie einsam sie sich damals gefühlt hatte. Mit dem Film "Olivia", der auf ihrer Biografie "Ungeschminkt" basiert, möchte sie nun auch Eltern queerer Kinder Mut machen, ihre Kinder zu unterstützen – selbst wenn sie deren Lebensweg nicht immer vollständig nachvollziehen könnten. Der Film ist bereits in der ZDF-Mediathek abrufbar und läuft am 13. Mai 2026 um 20.15 Uhr im ZDF.

Bist du selbst depressiv oder hast du Suizid-Gedanken? Dann kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du anonym und rund um die Uhr Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

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