Aufruf: Polizei sucht potenzielle Opfer von Ex-Prinz Andrew
Die britische Polizei hat ihre Ermittlungen gegen den früheren Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor erneut ausgeweitet und ruft öffentlich dazu auf, dass sich potenzielle Opfer melden sollen. Bislang stand der 66-Jährige vor allem wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch im Fokus der Behörden. Jetzt hat die Thames Valley Police bekannt gegeben, dass die Untersuchungen auch mutmaßliche Sexualstraftaten und Korruption umfassen. Vize-Polizeichef Oliver Wright erklärte gegenüber der Daily Mail: "Unsere Tür steht offen. Wann immer ein Opfer oder Überlebender bereit ist, mit uns Kontakt aufzunehmen, sind wir für Sie da – zu welchem Zeitpunkt auch immer."
Der Vize-Polizeichef bestätigte außerdem, dass ein Spezialteam aus erfahrenen Ermittlern – darunter Experten für schwere Sexualdelikte und Finanzverbrechen – an dem Fall arbeite. Die Polizei hat bereits zahlreiche Zeugen befragt und steht in engem Austausch mit dem US-Justizministerium, um Zugang zu weiteren Unterlagen aus den sogenannten Epstein (†66)-Files zu erhalten. Zudem soll bereits eine mutmaßliche Betroffene identifiziert worden sein, die Jeffrey Epstein angeblich im Jahr 2010 für Sex mit Andrew nach Großbritannien geschickt haben soll. Bei Hausdurchsuchungen in Andrews ehemaligem Wohnsitz Royal Lodge in Windsor sowie auf dem Sandringham-Anwesen in Norfolk wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, das derzeit ausgewertet wird.
Die Vorwürfe gegen Andrew sind nicht neu: Bereits im Februar war er festgenommen worden. Dabei stand vor allem der Verdacht im Raum, er habe während seiner Zeit als britischer Sonderhandelsbeauftragter zwischen 2001 und 2011 vertrauliche Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey weitergegeben. In der Vergangenheit musste sich Andrew den Anschuldigungen der inzwischen verstorbenen Virginia Giuffre (†41) stellen, die aussagte, von Jeffrey an Andrew vermittelt worden zu sein. Andrew hatte dies stets bestritten, sich aber in einem Zivilverfahren in New York für rund 14 Millionen Euro ohne Schuldeingeständnis geeinigt. Zu den aktuellen Entwicklungen hat er sich bislang nicht geäußert. Der Buckingham-Palast erklärte lediglich, man stehe bereit, die Polizei zu unterstützen.






