

100. Geburtstag: So bewegt war Marilyn Monroes Leben
Diese Woche startet weltweit mit Hommagen an die wohl polarisierendste Hollywood-Diva ihrer Zeit: Marilyn Monroe (†36). Am Montag, 1. Juni, wäre die Kult-Blondine 100 Jahre alt geworden. Überall erinnern Kinos, Ausstellungen und Retrospektiven an die legendäre Schauspielerin, die bis heute als eine der größten Ikonen der Filmgeschichte gilt. Auch Palm Springs plante zu ihren Ehren einen Weltrekordversuch, wie Secret Los Angeles berichtete. Der offizielle Guinness-Weltrekord wurde für die "größte Versammlung von Menschen verkleidet als Marilyn Monroe" aufgestellt. Dabei soll die Würdigung nicht nur dem Sexsymbol mit dem platinblonden Haar, das turbulente Liebesgeschichten erlebte, gelten, sondern auch der Frau und Künstlerin dahinter – einer, die sich gegen das Hollywoodsystem wehrte, politisch Haltung zeigte und intellektuell weit mehr zu bieten hatte, als ihr Mythos vermuten lässt.
Monroe, die bürgerlich Norma Jeane Mortenson hieß und bis heute als Inspiration für viele Frauen gilt, wuchs in Armut auf. Ihre Mutter litt an paranoider Schizophrenie und wurde mehrfach eingewiesen, weshalb die kleine Norma Jeane zwischen Waisenhäusern, Gewalt und Pflegefamilien aufwuchs. Den Weg nach Hollywood begann sie während des Zweiten Weltkriegs als Fabrikarbeiterin, wo ein Fotograf auf sie aufmerksam wurde. Trotz riesiger Kinoerfolge – darunter "Some Like It Hot" aus dem Jahr 1959 – behandelte sie das Studio Fox wie eine Anfängerin und drängte sie immer wieder in flache Rollenklischees. Monroe wehrte sich, verließ 1955 Hollywood und gründete in New York ihre eigene Produktionsfirma. Damit erkämpfte sie sich mehr Gehalt, Mitsprache bei Drehbüchern und die Wahl ihrer Regisseure. Auch politisch zeigte sie Mut: Als die Jazzlegende Ella Fitzgerald (†79) wegen rassistischer Vorbehalte von einem Hollywood-Club abgelehnt wurde, intervenierte Monroe persönlich und versprach, jeden Abend in der ersten Reihe zu sitzen, falls der Club Ella buchen würde.
Das Klischee der naiven Blondine passte schlicht nicht zu ihr. Monroes Privatbibliothek umfasste über 430 Bände – von James Joyce bis Dostojewski. Ein bekanntes Foto zeigt sie 1955 vertieft in Joyces "Ulysses", sitzend auf einem Spielplatz. Selbst Literaturnobelpreisträger Saul Bellow zeigte sich von ihrem Intellekt beeindruckt. Die letzten Jahre ihres Lebens waren jedoch von Schlafstörungen und Medikamenten überschattet. Am 4. August 1962 wurde Monroe, die sich ihr Leben lang ungeliebt und verlassen gefühlt haben soll, tot in ihrem Haus in Brentwood aufgefunden – sie wurde nur 36 Jahre alt. Ihr Tod wurde als wahrscheinlicher Suizid durch eine Überdosis eingestuft, die genauen Umstände sind jedoch bis heute ungeklärt. Das American Film Institute führt sie als sechstgrößte weibliche Leinwandlegende der Geschichte.










