E-Mails zeigen: Palast wusste von Andrews Machenschaften
Andrew Mountbatten-Windsor (66) gerät mit neuen Enthüllungen erneut schwer unter Druck – und nicht nur er: Laut neuen Gerichtsdokumenten soll der Royal schon vor Jahren sensible Regierungsinformationen weitergegeben haben – und der Palast soll darüber frühzeitig informiert gewesen sein. Wie die BBC berichtet, landete ein riesiges Archiv mit rund 30.000 E-Mails bereits im Mai 2020 beim damaligen Lord Chamberlain im Buckingham Palast. Die Nachrichten stammen aus dem Postfach eines Geschäftskontakts und betreffen Andrews Zeit als britischer Handelsgesandter. Während die Thames Valley Police nach seiner Festnahme wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch weiter ermittelt, verweigert der Palast mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen jeden Kommentar.
Die E-Mails stammen laut den veröffentlichten Unterlagen aus dem Account von Jonathan Rowland und waren Teil eines Rechtsstreits. In einer Gerichtsentscheidung aus dem April 2021 wurde demnach festgehalten, dass eine Kopie des Archivs bereits im Mai 2020 für den Lord Chamberlain bereitgestellt worden sei. Eine weitere Entscheidung aus dem Juni 2022 verweist laut BBC zudem auf eine Nachricht vom 10. Juli 2020, in der es heißt, die Unterlagen seien an den Buckingham-Palast geliefert worden. Welche Inhalte das komplette Archiv genau umfasst, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Veröffentlichte E-Mails sollen jedoch zeigen, dass Andrew 2010 eine vertrauliche Einschätzung des Finanzministeriums zu Problemen in Islands Bankenbranche angefordert und an einen privaten Geschäftskontakt weitergeleitet habe. Der Palast äußerte sich dazu mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Aus dem politischen Raum werden inzwischen Konsequenzen gefordert: Die Abgeordnete Rachael Maskell verlangte im BBC-Programm "Today" eine öffentliche Untersuchung und sagte, "das System rund um den königlichen Haushalt muss überprüft werden".
Andrew hatte sein Amt als britischer Sonderhandelsbeauftragter zwischen 2001 und 2011 inne, bevor er 2019 infolge seiner Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) als Arbeitsmitglied des Königshauses zurücktrat. Im Februar dieses Jahres wurde der Royal verhaftet und anschließend wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch unter Ermittlung gestellt. Zuletzt hatte die Thames Valley Police ihre Untersuchung ausgeweitet und prüft seitdem auch mögliche Sexualdelikte. Andrew selbst hat jegliches Fehlverhalten – sowohl in Zusammenhang mit Jeffrey Epstein als auch in Bezug auf persönliche Vorteile aus seiner Rolle als Handelsgesandter – stets bestritten.








