Marie Nasemann kritisiert Machtgefälle im deutschen Film

Marie Nasemann kritisiert Machtgefälle im deutschen Film

- Fabienne Stepczynski
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Zwischen Blitzlichtgewitter und Glamour fand Marie Nasemann (37) beim Deutschen Filmpreis deutliche Worte: Im Gespräch mit RTL sprach die Schauspielerin offen über Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen in der Theater- und Filmbranche. Das bestehende Machtgefälle sei ein großes Problem, betonte sie. Viele Betroffene würden aus Sorge um ihre berufliche Zukunft schweigen. "Gerade wir Frauen haben Angst, dass wir keine Rollen mehr kriegen, dass wir auf irgendwelchen schwarzen Listen stehen. Aber umso wichtiger ist es, dass wir uns solidarisieren und trotzdem laut sind und den Mund aufmachen, wenn es darauf ankommt", betonte sie. Auf die Frage, ob solche inoffiziellen Listen tatsächlich existieren, antwortete sie: "Ich glaube schon." Gleichzeitig funktioniere das ihrer Erfahrung nach auch in die andere Richtung – Kolleginnen würden sich untereinander austauschen und berichten, "mit wem die Zusammenarbeit Horror war".

Marie sprach dabei auch über eigene unangenehme Erfahrungen, insbesondere im Theaterbereich. Besonders ein Vorsprechen bei Regisseur Dieter Wedel (†82) ist ihr bis heute in Erinnerung geblieben. Damals habe sie die Situation nicht einfach hingenommen, sondern sei noch einmal zurückgekehrt, um ihre Meinung zu sagen. "Ich war im Nachhinein froh, dass ich meinen Mund aufgemacht habe. Und nicht einfach den Schwanz eingezogen habe und nach Hause gefahren bin", so die ehemalige Germany's Next Topmodel-Kandidatin. Rund ein Jahr nach dem Vorsprechen wurden gegen Wedel öffentlich Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens erhoben. Darüber hinaus unterzeichnete Marie gemeinsam mit zahlreichen anderen Schauspielerinnen einen offenen Brief, um auf Missstände in der Branche aufmerksam zu machen.

Dass Marie so offen über heikle Themen spricht, ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit machte sie sehr persönliche Erfahrungen öffentlich. So sprach sie 2018 über ihre Fehlgeburt und berichtete später, dass sich daraufhin aus ihrer Sicht viele andere Frauen eher getraut hätten, über ähnliche Erlebnisse zu sprechen. Genau auf diesen Effekt hofft sie nun auch bei der Debatte über Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen in der Filmbranche. Die zweifache Mutter stand auch privat immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit, zuletzt etwa im Zusammenhang mit ihrem Leben nach der Trennung von Sebastian Tigges (41). Nun nutzt sie ihre Stimme erneut, um auf Missstände aufmerksam zu machen und anderen Betroffenen Mut zuzusprechen.

Marie Nasemann beim Deutschen Filmpreis 2026 im Palais am Funkturm, Berlin
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Marie Nasemann beim Deutschen Filmpreis 2026 im Palais am Funkturm, Berlin
Marie Nasemann, März 2026
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Marie Nasemann, März 2026
Marie Nasemann bei der Eröffnung der 76. Berlinale in Berlin
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Marie Nasemann bei der Eröffnung der 76. Berlinale in Berlin
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