David Harbour äußert sich erstmals zu Lilys Trennungsalbum
"Es war seltsam", sagt David Harbour (51), als er vom letzten halben Jahr sichtlich gezeichnet im Interview mit Variety sitzt. Gemeint ist das Trennungsalbum "West End Girl" von seiner ehemaligen Partnerin Lily Allen (41) – und die Tatsache, dass die in den Songtexten erzählten Geschichten laut David nicht in allen Punkten den Tatsachen entsprächen. Strategisch verheimlichte Affären, endlose Lügen und emotionale Achterbahnfahrten – all das beschreibt die Sängerin in ihren Songs eindringlich. Im Gespräch zieht der Stranger Things-Star jetzt eine unmissverständliche Linie zwischen Lilys künstlerischer Aufarbeitung ihrer Ehe und seiner eigenen Erinnerung daran. "Ich bin der Überzeugung, dass es das Privileg jedes Künstlers ist, seine Erfahrungen für das Schaffen von Kunst zu nutzen. Das respektiere ich", so der Schauspieler.
Was David dann doch noch preisgibt, hat es in sich: Im vergangenen Jahr erlebte er einen schweren mentalen Zusammenbruch. Öffentlicher Druck, Vorwürfe aus dem Berufsleben, dazu das mediale Echo rund um Lilys Album – ein Sturm, der Spuren hinterlassen hat. Seine bipolare Störung beschreibt er im Interview als "verwirrend wie die Hölle" – für ihn selbst, aber auch für alle in seinem Umfeld. Depressive Phasen, manische Episoden bis hin zu "erratischem Verhalten": Er schämt sich dafür, betont aber klar, es sei nichts, wofür er sich entschieden habe.
Lily, die 2011 bis 2018 schon einmal verheiratet war, hatte "West End Girl" vorab als "Mischung aus Fakten und Fiktion" eingeordnet und ihre Fans gebeten, die Lyrics nicht als "Evangelium" zu lesen – ein Satz, der im Nachhinein fast prophetisch wirkt. Während sie die Trennung in Songtexten verarbeitet, zieht David aktuell seine Kraft aus der Arbeit vor der Kamera – und aus dem Versuch, seine "sensiblere Wahrnehmung der Welt" als Ressource zu sehen, nicht als Last. Beide gehen also weiter, auf sehr verschiedenen Wegen – zwar getrennt, aber immerhin kreativ produktiv.












