Streit um Doktortitel: Michelle Obama stand Jill Biden bei
In ihren neuen Memoiren "View From the East Wing", die Anfang Juni in den Buchhandlungen erschienen sind, spricht Jill Biden (75) offen über eine turbulente Zeit in ihrem Leben. Im Jahr 2020, kurz bevor ihr Ehemann Joe Biden (83) das Amt des US-Präsidenten antrat, geriet Jill wegen der Verwendung ihres Doktortitels massiv unter Beschuss. Ein viel beachteter Artikel hatte sie damals herablassend als "Kindchen" bezeichnet und öffentlich angezweifelt, ob sie den akademischen Grad überhaupt führen dürfe. In dieser psychisch extrem belastenden Zeit fand die heute 75-Jährige ausgerechnet bei ihrer Vorgängerin Michelle Obama (62) den entscheidenden Rückhalt.
"Es fühlte sich seltsam an, für die Verwendung eines Ehrentitels angegriffen zu werden, den ich mir verdient hatte", erinnert sich Jill laut RadarOnline in dem Buch. Jill erwarb ihren Doktortitel an der Universität von Delaware im Alter von 55 Jahren – und hält neben dem Doktorat auch einen Bachelor-Abschluss sowie zwei Master-Abschlüsse. Michelle stellte sich damals öffentlich hinter die heutige Autorin und teilte im Dezember 2020 eine ausführliche Stellungnahme in den sozialen Medien. "Acht Jahre lang habe ich Dr. Jill Biden das tun sehen, was viele berufstätige Frauen tun – mehrere Verantwortlichkeiten gleichzeitig erfolgreich zu meistern", schrieb die ehemalige First Lady. Weiter hieß es: "Und gerade jetzt sehen wir alle, was auch so vielen berufstätigen Frauen passiert, egal ob ihr Titel Dr., Ms., Mrs. oder sogar First Lady lautet: Allzu oft werden unsere Errungenschaften mit Skepsis, ja sogar mit Hohn begegnet." Neben Michelle meldete sich auch die Bürgerrechtlerin Bernice King zu Wort, um Jill zu unterstützen.
Wie groß die Verunsicherung hinter den Kulissen des Weißen Hauses damals tatsächlich war, enthüllt Jill in einem weiteren Kapitel. Nicht nur die Öffentlichkeit stellte ihren Werdegang infrage, selbst ihr eigenes Kommunikationsteam zweifelte massiv daran, ob sie nach dem Einzug in den West Wing weiterhin am Northern Virginia Community College unterrichten sollte. Die Berater drängten sie mit der Frage, ob der Job als Lehrerin mit den repräsentativen Pflichten einer First Lady überhaupt vereinbar sei. Doch Jill blieb damals wie heute absolut unnachgiebig. "Das Unterrichten war für mich nicht verhandelbar", stellt sie in ihren Memoiren klar und untermauert damit ihren felsenfesten Lebensgrundsatz, dass Frauen sich unter allen Umständen eine finanzielle Unabhängigkeit außerhalb ihrer Ehe bewahren müssen.










