Kristin Scott Thomas spricht über ihre tragische Kindheit
Kristin Scott Thomas hat in ihrer Kindheit gleich zwei schwere Verluste erlitten – und verarbeitet diesen Schmerz jetzt auf der Kinoleinwand. Die britische Schauspielerin war gerade fünf Jahre alt, als ihr Vater, ein Pilot der Royal Navy, bei einem Flugunfall ums Leben kam. Sechs Jahre später ereilte derselbe tragische Tod auch ihren Stiefvater Simon, ebenfalls ein Pilot der Royal Navy. Nun hat Kristin mit "My Mother's Wedding" ihr Regiedebüt vorgelegt – und dabei ihre ganz persönliche Geschichte als Ausgangspunkt gewählt. In der Sendung "The Arts Hour" erklärte sie: "Jedes einzelne Profil, das je über mich geschrieben wurde, enthält ein paar Absätze über meine tragische Kindheit. Ich habe beschlossen, das zurückzuerobern. Jetzt, wo ich erwachsen bin, kann ich es so erzählen, wie es war."
In "My Mother's Wedding" spielt Kristin eine zweifach verwitwete Mutter, die zum dritten Mal heiratet. Ihre drei Töchter, allesamt aus unterschiedlichen Lebenswelten, kehren dafür ins Elternhaus zurück. An der Seite der Regisseurin und Hauptdarstellerin stehen Scarlett Johansson (41) als Offizierin der Royal Navy, Sienna Miller (44) als Hollywoodstar und Emily Beecham als Pflegerin. Das Drehbuch schrieb Kristin gemeinsam mit ihrem Ehemann John Micklethwait, dem Chefredakteur von Bloomberg News. Über das Drehen in der eigenen Regie schwärmt sie: "Es war der größte Nervenkitzel meines Lebens. Schaut euch die Besetzung an, die ich habe. Es war wie eine Flotte von Ferraris geschenkt zu bekommen." Den Schmerz ihrer Kindheit beschrieb sie dabei nicht als Gesprächsthema, das in ihrer Familie offen behandelt wurde. "Das war, bevor es Beratung gab. Man hat einfach nicht darüber geredet. Man hat weitergemacht, und das war sehr hart", sagte sie.
Ein wichtiger Antrieb für das Filmprojekt war für Kristin auch der Wunsch, die Erinnerungen an ihren Vater und Stiefvater mit ihren Geschwistern zu teilen. "Was mich dazu bewogen hat, war die Erkenntnis, dass einer meiner Brüder – eigentlich beide – absolut keine Vorstellung davon haben, wer ihr Vater war, kein Bild im Kopf", erläuterte sie. Die Schauspielerin hat aus ihrer früheren Ehe mit dem französischen Mediziner Francois Oliveness drei Kinder: Hannah, Joseph und George. Ihre eigene Kindheitserfahrung prägte nach eigener Aussage auch ihre schauspielerische Karriere: "Ich glaube, das hat mich ziemlich gut darin gemacht, Geschichten über Menschen zu erzählen, die ein geheimes Leid tragen und trotzdem weiter die Fassade wahren müssen."









