R. Kelly bittet Donald Trump offiziell um seine Begnadigung

R. Kelly bittet Donald Trump offiziell um seine Begnadigung

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 2 min
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R. Kelly (59) zieht jetzt den wohl letzten juristischen Trumpf, um früher aus dem Gefängnis zu kommen. Die Anwälte des Sängers haben beim Office of the Pardon Attorney im US-Justizministerium einen Antrag eingereicht, der sich direkt an Donald Trump (80) richtet. Ziel ist eine Begnadigung oder zumindest eine Umwandlung seiner Strafe. Darüber berichtet unter anderem CBS News unter Berufung auf die zuständige Behörde. Der Musiker verbüßt derzeit eine lange Haftstrafe in einem Bundesgefängnis in Butner im US-Bundesstaat North Carolina und soll nach jetzigem Stand erst im Jahr 2045 entlassen werden. Dann wäre er fast 79 Jahre alt.

Konkret ersucht R. Kellys Team den Präsidenten, von der sogenannten exekutiven Gnadenbefugnis Gebrauch zu machen und die Gesamtstrafe zu verkürzen. Der Sänger wurde 2021 unter anderem wegen Verstößen gegen den Mann Act und das RICO-Gesetz schuldig gesprochen, 2022 folgte eine weitere Verurteilung wegen der Herstellung von kinderpornografischem Material. Die Gesamtstrafe beläuft sich auf rund 31 Jahre. R. Kellys Anwaltsteam erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen die Bundesbehörden: Demnach sollen Behördenvertreter die Post des Sängers abgefangen und Zeugen zur Aussage gedrängt haben. Außerdem soll ein Mitgefangener angeheuert worden sein, um Kelly hinter Gittern zu töten.

Robert Sylvester Kelly, wie der Sänger mit bürgerlichem Namen heißt, feierte als Künstler in den 1990er und frühen 2000er Jahren mit Hits wie "I Believe I Can Fly" große Erfolge. Lange war vor allem seine Musik Thema, sein Privatleben hielt er weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus – bis die schweren Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs öffentlich wurden. Die Anschuldigungen begleiteten R. Kellys Karriere über Jahrzehnte, bevor es schließlich zu den mehrfachen Verurteilungen kam. Donald Trump kann als US-Präsident Begnadigungen und Strafmilderungen auf Bundesebene aussprechen. Ob es in diesem Fall tatsächlich dazu kommt, ist offen. Fest steht bislang nur, dass der Antrag offiziell eingegangen ist.

Collage: Donald Trump und R. Kelly
Collage: Getty Images, Getty Images
Collage: Donald Trump und R. Kelly
R. Kelly im September 2019 in Chicago vor Gericht
Getty Images
R. Kelly im September 2019 in Chicago vor Gericht
Donald Trump bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus
Getty Images
Donald Trump bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus
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