Ermittlungen gegen Ex-Prinz Andrew wieder aufgenommen
Die britische Thames Valley Police weitet ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor auf die USA aus. Wie der Guardian berichtet, planen Detectives, in die Vereinigten Staaten zu reisen, um dort die Geschwister der verstorbenen Virginia Giuffre (†41) zu befragen. Im Fokus stehen Sky und Amanda Roberts, der Bruder und die Schwägerin von Virginia, die sich im April 2025 das Leben nahm. Virginia hatte Andrew schwere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gemacht – Vorwürfe, die der 66-Jährige stets bestritten hat.
Bei den geplanten Gesprächen in den USA handelt es sich nicht um formelle Verhöre, da Sky und Amanda Roberts nicht als direkte Zeugen der Vorwürfe gelten. Oliver Wright, stellvertretender Polizeichef der Thames Valley Police, erklärte gegenüber dem Guardian: "Unsere Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs sind im Gange, und wir verfolgen alle sinnvollen Ermittlungsansätze." Zusätzlich prüfen die Behörden Berichte, wonach Jeffrey Epstein (†66) im Jahr 2010 eine Frau nach Großbritannien geschickt haben soll – für ein angebliches Treffen mit Andrew in der Royal Lodge. Darüber hinaus sollen frühere Personenschützer Andrews ebenfalls befragt werden. Sky und Amanda Roberts haben unterdessen angekündigt, bei einem geplanten Besuch in Großbritannien auch den britischen Premierminister treffen zu wollen.
Andrew war bereits im Februar dieses Jahres verhaftet worden – unter dem Verdacht des Amtsmissbrauchs. Der Vorwurf: Er soll dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey vertrauliche Informationen weitergegeben haben, als er noch als britischer Handelsbeauftragter tätig war. Für Andrews Verhältnis zu Virginia ist vor allem sein berüchtigtes "Newsnight"-Interview von 2019 in Erinnerung geblieben, in dem er angab, sich nicht an ein Treffen mit ihr erinnern zu können – trotz eines Fotos, das ihn mit der damals 17-Jährigen zeigt. Im Jahr 2022 einigte er sich mit ihr außergerichtlich auf einen finanziellen Vergleich, der Berichten zufolge rund 14 Millionen Euro umfasste – ohne ein Schuldeingeständnis.











