Bill Kaulitz erlebte queerfeindliche Übergriffe als Teenager
Bill Kaulitz (36) spricht offen über die traumatischen Erfahrungen seiner Jugend in Sachsen-Anhalt. Im Gespräch mit dem Magazin Stern erinnert sich der Tokio Hotel-Sänger an massive queerfeindliche Übergriffe, die ihn bis heute belasten. "Damals gab es Situationen, in denen mir die Hose runtergezogen wurde oder mir im Schwimmbad zwischen die Beine gefasst wurde", erzählt er. Fremde hätten so "prüfen" wollen, ob er ein Mädchen sei. Aus Scham habe er lange mit niemandem darüber gesprochen. "Das war für mich fast normal", erklärt der Musiker.
Bis heute spüre er die Folgen dieser Erlebnisse. "Ich trage diesen Schmerz immer noch in mir", so Bill. Inzwischen könne er offen darüber sprechen, weil er ein anderes Selbstbewusstsein entwickelt habe – eines, das ihm helfe, das Erlebte einzuordnen und "vielleicht sogar zu vergessen". Gleichzeitig betont er, dass er sich heute nicht mehr Situationen aussetzen müsse, in denen er sich unsicher fühle, etwa in der U-Bahn oder im Supermarkt. Umso bewusster sei ihm, dass viele queere Menschen noch immer täglich mit Angst und Anfeindungen leben müssten. Seine Botschaft ist deshalb klar: "Seid mutig, traut euch, ihr selbst zu sein. Nichts ist schwieriger, aber es lohnt sich."
Bereits vor Kurzem hatte Bill über ein weiteres einschneidendes Erlebnis gesprochen, das ihn und seinen Zwillingsbruder Tom geprägt hat. Im Format "Arte Tracks" berichteten die beiden, wie ein obsessiver Fan im Jahr 2010 in ihre Villa in Hamburg eingebrochen war und persönliche Gegenstände durchwühlt hatte – ein Vorfall, der schließlich dazu beitrug, dass sie Deutschland verließen. "Überall lag meine Unterwäsche, Fotos und Songtexte", erinnerte sich Bill und ergänzte: "Ich wollte danach nicht mehr in unser Haus." Heute leben Bill und Tom in Los Angeles.








