Mick Jagger will sich von KI nicht einschüchtern lassen
Mick Jagger (82) hat sich in einem großen Interview mit Billboard klar gegen den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Musik ausgesprochen. Der 82-jährige Rolling Stones-Frontmann betonte, er wolle nicht, dass KI seine Stimme oder die Instrumente der Band nachahmt. "Ich will nicht, dass Leute einfach Sachen rausbringen, die genau wie die Rolling Stones klingen – ich finde das offensichtlich falsch", so Mick gegenüber dem Musikmagazin. Wer als kreativer Mensch von Grund auf Songs im Stil einer anderen Band per KI erstelle, handle seiner Ansicht nach falsch: "Wenn du irgendeiner Art von kreativer Person wärst, würdest du das nicht tun."
Bandkollege Keith Richards (82) teilt grundsätzlich die Skepsis seines langjährigen Weggefährten, sieht für die Technologie jedoch in einem bestimmten Bereich durchaus eine Daseinsberechtigung. Anlass für die KI-Diskussion war das Musikvideo zum Song "In the Stars" aus dem neuen Rolling-Stones-Album "Foreign Tongues", für das Deepfake-Technologie eingesetzt wurde, um die Bandmitglieder in ihrer jüngeren Version zu zeigen. "Vielleicht ist das genau das, wofür sie gut sind – Musikvideos. Stell sie an ihren richtigen Platz", kommentierte Keith die Erfahrung. Für die eigentliche Musikproduktion lehnte er KI aber ab: "Ich höre lieber etwas Originales. Musik könnte viel besser sein, als sich nur selbst zu kopieren."
Das Album "Foreign Tongues" ist am 10. Juli erschienen – und die Entstehung der Platte war offenbar von besonderer kreativer Energie geprägt. Mick und Keith hatten beim Songwriting unabhängig voneinander an nahezu identischen Ideen gearbeitet, ohne voneinander zu wissen. Erst im Studio merkten sie, wie eng ihre Einfälle zusammenpassten. Diesen Prozess des gegenseitigen Austauschs und der echten menschlichen Kreativität scheinen beide als Gegenentwurf zu künstlich erzeugter Musik zu verstehen. "Wir wollen neuen Input. Wir wollen kein immer weiteres Kopieren und Synthetisieren", brachte Keith seine Haltung auf den Punkt.











