Bergsteiger-Kollegin warnte Laura Dahlmeier (†31) vor Unfall

Bergsteiger-Kollegin warnte Laura Dahlmeier (†31) vor Unfall

- Julia Geißenhöner
Lesezeit: 3 min
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Ein Jahr nach dem tragischen Tod von Biathlon-Ikone Laura Dahlmeier (†31) am Laila Peak im pakistanischen Karakorum kommen nun neue, bewegende Details ans Licht. In einer Dokumentation des Senders ServusTV erzählen Bergsteigerinnen und Bergsteiger von den dramatischen Tagen im Juli und von Lauras letzter großer Expedition. Besonders eindringlich schildert die spanische Alpinistin María Martín, wie sie die frühere Spitzensportlerin und deren Seilpartnerin Marina Krauss im Basecamp traf und vor den riskanten Bedingungen warnte. Bei Tee im Zelt versuchte sie der Deutschen klarzumachen, dass der Aufstieg zu gefährlich sei – kurz bevor sich das Schicksal an dem markanten Eis-Gipfel auf tragische Weise erfüllen sollte.

María berichtet in der Doku "Laura Dahlmeier ... ein Schritt zu weit", dass sie mit ihrem eigenen Team bereits seit rund zwei Wochen am Laila Peak festsaß. Regen, ungewöhnlich hohe Temperaturen und anhaltende Lawinen hätten einen Gipfelversuch unmöglich gemacht, selbst der Weg durchs Basecamp sei von herabdonnernden Schneemassen, Steinen und Eis bedroht gewesen. "In gebrochenem Englisch versuchte ich zu erklären: viel zu gefährlich, unmöglich. Und ich habe ihr Fotos von den Lawinen gezeigt", sagt die Spanierin in dem Film. Zunächst schien Laura die Warnungen ernst zu nehmen: Gemeinsam mit Marina verließen sie das Lager und wichen auf den Serac Peak aus, doch auch dort spielte das Wetter nicht mit. Schließlich kehrten beide zum Laila Peak zurück, stiegen bis ins Hochlager auf und starteten in der Nacht zum 28. Juli ihren Gipfelversuch. Rund 300 Meter unter dem höchsten Punkt brachen sie den Aufstieg wegen der zunehmenden Wärme ab. Beim Versuch, in sichereres Gelände abzusteigen, traf ein Steinschlag Laura – sie blieb leblos im Seil hängen.

Wie dramatisch die anschließenden Stunden waren, schildert der US-Alpinist Alan Rousseau bei ServusTV. Aus einem Militärhubschrauber habe er zunächst nur das Zelt gesehen, dann den Körper der verunglückten Biathletin, während um sie herum der Schnee von Fels, Schlamm und Geröll beinahe schwarz gefärbt gewesen sei. Gemeinsam mit anderen Bergsteigern prüfte er jede Möglichkeit, Laura zu bergen, doch der weiter anhaltende Steinschlag machte schnell klar, dass jede Rettungsaktion ein tödliches Risiko für alle Beteiligten bedeutet hätte. Im Einvernehmen mit der Familie wurde entschieden, kein Leben zu gefährden – zumal Laura selbst in ihrem Testament festgelegt hatte, dass ihr Körper in einem solchen Fall am Berg bleiben soll. Für ihre Freundinnen wie Maren Hammerschmidt, die zuletzt von der emotionalen Besteigung der Zugspitze ohne Laura erzählte, bleibt so vor allem die Erinnerung an gemeinsame Touren und intensive Gespräche – und an eine Frau, für die die Berge weit mehr waren als nur sportliche Herausforderung.

Laura Dahlmeier, 2018
IMAGO / Laci Perenyi
Laura Dahlmeier, 2018
Laura Dahlmeier, 2019
Getty Images
Laura Dahlmeier, 2019
Biathlonstars Laura Dahlmeier, Marie Dorin Habert und Kaisa Mäkäräinen, März 2016
Getty Images
Biathlonstars Laura Dahlmeier, Marie Dorin Habert und Kaisa Mäkäräinen, März 2016
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