Nach Niederlage gegen Daily Mail: Muss Prinz Harry zahlen?

Nach Niederlage gegen Daily Mail: Muss Prinz Harry zahlen?

- Louisa Riepe
Lesezeit: 2 min
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Prinz Harry (41) muss mit prominenter Unterstützung erneut vor Gericht: Die Klage des Duke of Sussex und mehrerer weiterer Stars, darunter Elton John (79) und Doreen Lawrence, gegen den Verlag der Daily Mail landet an diesem Mittwoch wieder vor dem High Court in London. Nachdem ein Richter ihre Vorwürfe gegen Associated Newspapers Anfang Juli vollständig abgewiesen hatte, geht es nun in einer zweitägigen Anhörung ab 10.30 Uhr um die Folgen dieses Urteils. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer die gewaltigen Anwaltskosten tragen muss – der Verlag spricht von bereits mehr als 50 Millionen Pfund – und ob Harry und seine Mitkläger in Berufung gehen werden. Das berichtete unter anderem The Standard.

Harry, Elton und die weiteren Kläger werfen dem Verlag seit Jahren vor, ihre Privatsphäre mit illegalen Methoden verletzt zu haben. Konkret geht es um 97 Artikel aus der Daily Mail und der Mail on Sunday, die aus ihrer Sicht durch unzulässige Recherche zustande gekommen seien. Laut den Anwälten der Promis sollen private Ermittler, freie Reporter und Verlagsmitarbeiter unter anderem Mailboxen abgehört, Festnetztelefone angezapft und Informationen durch Täuschung erschlichen haben. Associated Newspapers weist das entschieden zurück. Die Anwälte des Hauses argumentierten vor Gericht, die Texte seien auf legalem Weg entstanden – über Freunde und lockere Bekanntenkreise der Betroffenen, über Pressesprecher, frühere Berichte, andere Medien und freiberufliche Journalisten. Richter Timothy Nicklin folgte in seinem Urteil dieser Linie und erklärte, es sei unzulässig, allein aus der Tatsache, dass Informationen privat seien und der Verlag ihre Herkunft nicht bis ins Detail belegen könne, automatisch auf illegale Beschaffung zu schließen.

Für Harry und Doreen Lawrence war das Urteil dennoch ein herber Schlag. In einer gemeinsamen Erklärung, die unter anderem von britischen Nachrichtenseiten wie The Standard verbreitet wurde, nannten sie die Entscheidung einen "kompletten und offensichtlichen Weißwasch-Versuch" und betonten: "Wir sind vor Gericht gegangen, um Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit zu bekommen. Doch wir haben beides nicht erhalten." Elton John, der seit Jahren sein Familienleben konsequent schützt, hatte sich dem Verfahren angeschlossen, weil es nach seiner Darstellung um den Schutz seines engsten Umfelds geht. Auch der langjährige Chefredakteur Paul Dacre meldete sich zu Wort und bezeichnete die Klage gegenüber mehreren britischen Medien als "aufgebauschte Aktion", die nie vor Gericht hätte landen dürfen.

Prince Harry, bei der Time100 Sports Gala in New York City
Getty Images
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Elton John und Prinz Harry, Juli 2018
Getty Images
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Prinz Harry nach einer Veranstaltung das Chatham House in London, Juli 2026
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Sollten Harry & Co. in Berufung gehen?