Prinzessin Isabella verzichtet auf Sold während Wehrpflicht
Kurz vor dem Start ihrer Militärausbildung hat das dänische Königshaus eine bemerkenswerte Entscheidung bekanntgegeben: Prinzessin Isabella (19), Tochter von König Frederik X. (58) und Königin Mary (54), wird während ihrer gesamten Wehrpflichtzeit weder Sold noch steuerfreie Verpflegungszulagen annehmen. Das hat der Palast gegenüber der dänischen Zeitung "B.T." bestätigt. Regulär stünden einer Wehrpflichtigen monatlich rund 9.000 Kronen (1203,99 Euro) Lohn sowie weitere 8.000 (1070,21 Euro) steuerfreie Kronen für Mahlzeiten zu – Summen, auf die Isabella freiwillig verzichtet. Da sie keine staatliche Apanage bezieht, werden ihre persönlichen Kosten während des Dienstes voraussichtlich aus den privaten Mitteln der Königsfamilie getragen. Am 3. August 2026 tritt die 19-Jährige ihren Dienst beim traditionsreichen Gardehusarregiment in der Kaserne Antvorskov in Slagelse an.
Für Isabella ist diese Entscheidung keineswegs ohne Präzedenzfall: Ihr älterer Bruder, Prinz Christian (20), handelte seinerzeit genauso. Auch er lehnte während seines Wehrdienstes jegliche finanzielle Vergütung ab. Und auch ihr Vater, König Frederik, war einst dem Gardehusarregiment verbunden und hat eine umfangreiche Militärkarriere durchlaufen – vermutlich ebenfalls ohne Soldatengehalt, dafür aber mit einer jährlichen steuerfreien Apanage in erheblicher Höhe. Christian absolvierte seinen Dienst in Slagelse, schloss im Frühjahr 2026 zudem eine Offiziersausbildung ab und wurde feierlich zum Leutnant ernannt. Er hat seiner jüngeren Schwester Isabella also aus nächster Nähe gezeigt, was das Militärleben bedeutet – und welche Chancen es bieten kann, wenn man sich engagiert.
Isabella gehört zu den ersten Frauen überhaupt, die den reformierten, deutlich verlängerten dänischen Wehrdienst absolvieren werden. Im Zuge der angespannten Sicherheitslage in Europa hat Dänemark die Dienstzeit von vier auf elf Monate ausgedehnt und gleichzeitig die Wehrpflicht erstmals auch auf Frauen ab 18 Jahren ausgeweitet – wobei weiterhin nur ein Teil jedes Jahrgangs tatsächlich einberufen wird. Gemeinsam mit Schweden und Norwegen zählt Dänemark damit zu den wenigen europäischen Ländern, in denen Männer und Frauen gleichermaßen zur Armee verpflichtet werden können. Die elfmonatige Ausbildung gliedert sich in fünf Monate Grundausbildung und sechs Monate operativen Dienst. Ob Isabella nach dem Ende ihrer Pflichtzeit wie ihr Bruder eine weiterführende militärische Laufbahn einschlagen wird, ist noch offen – ihr Einstieg allein setzt jedoch schon ein klares Zeichen.









