Joe Frazier (✝67), der ehemalige Weltmeister im Schwergewicht, starb gestern mit gerade mal 67 Jahren im Philadelphia-Hospitz an Leberkrebs. Seine Familie war in den letzten Stunden bei ihm und nahm Abschied von dem Profi-Boxer. Auch seinen Kollegen Muhammad Ali (69) dürfte der Tod seines Freundes sehr bewegen.

Der amerikanische Boxer mit dem Kampfnamen „Smokin' Joe“, zu deutsch „Volldampf-Joe“, war der erste Amateur, der die olympische Goldmedaille gewann und anschließend auch als Profi im Schwergewicht den Titel holte. Dreimal kämpfte er gegen die Legende Muhammed Ali, und diese Kämpfe gehören zu den absoluten Klassikern der Schwergewichtskampf-Geschichte. Am 16. Februar 1970 trafen die beiden zum ersten Mal aufeinander. Für den „Kampf des Jahrhunderts“ kassierten beide 2,5 Millionen Dollar. Frazier schlug Ali schließlich in der 12. Runde zu Boden, was die erste Niederlage für ihn bedeutete. 1973 musste Frazier seinen WM-Titel dann an George Foreman (62) abtreten, der ihn in der zweiten Runde K.O. schlug. Am 28. Januar 1974 trafen Frazier und Ali dann zum zweiten Mal aufeinander. Diesmal verlor jedoch Frazier nach Punkten.

Der sensationellste Kampf war jedoch der dritte am 1. Oktober 1975, bei dem es um den Weltmeisterschafts-Titel ging, heute bekannt unter „Thrilla in Manila“. Beide Boxer befanden sich aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes, der unerträglichen Luftfeuchtigkeit und der nicht klimatisierten Halle, nach Aussage von Alis Ringarzt, in höchster Lebensgefahr. In der 13. Runde gelangen Ali mehrere schwere Treffer, sodass er Frazier an den Rand eines K.O.s brachte. Nur eine Runde später war es dann soweit. Aufgrund eines fast vollständig zugeschwollenen Auges konnte Frazier sich kaum noch wehren, hielt sich jedoch wacker auf den Beinen. Sein Trainer brach den Kampf dann allerdings ab. Unmittelbar danach erlitt Ali selbst einen Kollaps. Nach diesem spektakulären Fight, hatten sich beide den Respekt des anderen wirklich verdient. Trotzdem versöhnten sich die Boxer erst im Jahr 2000.

Nach einem Comeback-Versuch trat Frasier dann schließlich 1981 zurück. Sein Sohn Marvis Frazier (51) und seine Tochter Jackie Frazier-Lyde (48) waren ebenfalls im Boxsport aktiv. 1990 wurde Frazier in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen. Als vor Kurzem bekannt wurde, dass Frazier den Krebs wohl nicht besiegen würde, gab Muhammad Ali folgendes Statement gegenüber CBS ab: „Die Neuigkeiten über Joe sind schwer zu glauben und zu akzeptieren. Joe ist ein Kämpfer und ein Champion und ich bete für ihn, dass er jetzt kämpft.“ Weiter sagte er: „Joe hat viele Freunde, die für ihn da sind und ich bin einer von ihnen.“ Unser tiefstes Beileid geht an seine Familie und Freunde. Die Welt hat jetzt eine Boxlegende weniger.


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