Nach „Hard Candy“ aus dem Jahre 2008 legte sie kurze Zeit eine schöpferische Pause ein, doch nun ist Madonna (53) mit Pauken und Trompeten und ihrem neuesten Werk „MDNA“ zurück. Die Sängerin veröffentlicht heute auch in Deutschland ihr neues, zwölftes Studioalbum und hat uns mit ihrer Single „Give Me All Your Luvin'“, einem Feature mit Nicki Minaj (29) und M.I.A. (36), schon mal einen kleinen Vorgeschmack geliefert. Allzu positiv kam diese Single leider nicht an, und doch waren ihre Welttournee-Auftritte auf deutschem Konzertboden innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Da fragt man sich doch: Hat sie es mit dem Album mal wieder geschafft, die eingefleischten Fans und Musikliebhaber zu überzeugen? Oder ist es ein schwacher Versuch, wieder in das zeitgenössische Musikgeschehen einzugreifen?

Die Kritiker sind sich bei diesem Thema ausnahmsweise mal so gar nicht einig – und das aber länderabhängig. Die Briten sind von dem Album, das schon mit den Vorbestellzahlen in 50 Ländern auf Platz 1 der iTunes-Charts gelandet ist, begeistert und freuen sich größtenteils darüber, dass Madonna zurück ist und „immer noch weiß, was sie tut und alles unter Kontrolle hat“, so der Daily Mirror. Die Deutschen hingegen verdammen das Album als Versuch einer alternden Frau. Aber von vorn.

Der Mirror schrieb nach einer Listening Session, in der den Journalisten das Album einmal im Ganzen vorgespielt wurde, dass sie eine „Kraft ist, mit der man rechnen muss“. Der Telegraph redet sogar davon, dass sie den „Spagat zwischen radiofreundlichen Aufhängern und Dance Floor-Antrieb“ schaffe. Zusammengefasst seien auf „MDNA“ „all die verschiedenen Schattierungen von Madonna endlich einmal auf einem Album zusammengebracht.“ Durchweg positiv gestimmt, die englischsprachigen Kritiker.

Die deutsche Presse hat da doch einiges mehr zu nörgeln: „Vielleicht hätte das vor 20 Jahren modern und aufregend geklungen, wer weiß. Anno 2012 wirkt es mehr wie der Versuch, verbriefte Erfolge, von 'Music' bis 'Like A Prayer', aufzuarbeiten, mit der Annahme, das sei eine sichere Bank und als Reminiszenz im geschlossenen System Madonna ohnehin unangreifbar“, urteilt Carmen Böker von der Frankfurter Rundschau. Auch Anne Waak von der Welt Online ist nicht positiver gestimmt von der lang und sehnsüchtig erwarteten CD: Es „befindet sich auf dem ersten Teil von 'MDNA' wenig, was über den vom Trockeneisnebel begrenzten Disco-Horizont hinausgeht: Die Beats immer munter rauf auf die Zwölf, die Texte an der Grenze der Debilität.“ Ihre Zusammenfassung: „Das Hören dieses Albums [fühlt sich] so an [...], als sähe man seiner eigenen Mutter beim Versuch zu, cool zu sein. Nicht cool, eben.“ Deshalb gibt Thomas Golser von der Kleinen Zeitung dem Album auch nur 3,5 von 10 Punkten: „Alles an dieser Produktion dürfte sündhaft teuer gewesen sein – klingt aber nicht so.“

Man darf also gespannt sein, wie sich der CD-Verkauf noch weiterhin entwickelt und ob die Internetverkäufe wirklich die Meinung der lauschenden Bevölkerung widerspiegeln beziehungsweise welche Kritiker-Seite die deutschen Fans einnehmen. Ist ihr kleines Comeback tatsächlich geglückt oder nur der Versuch, sich wieder ins Gespräch zu bringen? Man sollte ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist...

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