Während Size Zero seit einigen Jahren glücklicherweise nicht mehr das Maß aller Schönheit ist, gibt es trotzdem immer wieder prominente Frauen, die unweigerlich der Magersucht verfallen. Was einst in der Model-Branche begann, ist längst nicht mehr nur auf dem Catwalk ein Problem. Mittlerweile leiden laut Welt.de immer noch allein 100.000 Menschen in Deutschland an dem gefährlichen Schlankheitswahn.

Zusätzlich verstärkt wird das ungesunde Ideal durch die Wahrnehmung, dass Schlanksein nicht nur mit Schönheit, sondern auch mit Glück und Liebe gleichzusetzen ist. Dürre Frauen haben Traummänner wie Kellan Lutz (28) zum Freund, der offenbar nicht zu sehen scheint, wie gefährlich abgemagert seine Sharni schon ist. Richard Lugner (80), dessen Ex-Freundin Anastasia "Katzi" Sokol lange Zeit an erschreckendem Untergewicht litt, bezeichnete diese nach ihrer kürzlichen Gewichtszunahme sogar wieder als zu dick!

Die Revolution begann 2006, als das 22-Jährige Model Lusiel Ramos nach einer Modenschau starb, weil sie mehrere Tage nichts gegessen hatte. Der tragische Vorfall versetzte die Welt in hellen Aufruhr und die bis dato hauptsächlich vom Magerwahn betroffene Modebranche setzte ein Zeichen: Designer wie Giorgio Armani (79) oder Victoria Beckham (39) verbannten zu dünne Models von ihren Laufstegen und ebneten damit den Weg für ein gesünderes Schönheitsideal. Doch der Schein trügt. Immer wieder tauchen erschreckende Aufnahmen von Stars auf, die beweisen: Die Krankheit ist längst nicht ausgestorben, auch wenn Promis sich größte Mühe geben, sie in der Öffentlichkeit totzuschweigen. So betont beispielsweise Rihanna (25) immer wieder, dass sie ihre Kurven liebt und sogar wieder an Gewicht zunehmen möchte. Doch Fotos der Sängerin sprechen eine ganz andere Sprache. Auch Kate Moss (39), die den androgynen Look unter dem Motto "Heroin chic" in den 90ern berühmt machte, empörte sich kürzlich über Magersuchts-Vorwürfe. Das immer gleichbleibende Argument aller: Sie seien schließlich ein Vorbild für die Jugend! - Für viele nur leere Worte, hinter denen sie ihr Problem verstecken.

Das Schlimme daran: Dadurch dass offensichtlich zu dünne Frauen ihr Essproblem abstreiten, erwecken sie nur noch mehr den Eindruck, ihre knochigen Figuren seien die Norm. Sicherlich gibt es auch Stars, denen zu Unrecht vorgeworfen wird, magersüchtig zu sein. Doch wer einerseits Fotos postet, auf denen er spindeldürr ist, und andererseits versichert, vollkommen gesund zu sein, der erhöht den Druck auf andere - sowohl Fans als auch Kollegen.

Und zu guter Letzt ist da auch einfach der Stress, den das Promi-Dasein mit sich bringt. Ein Interview hier, ein Auftritt da - da kommt das Essen oft zu kurz. Alles in Allem gibt es also immer noch ganz viele Faktoren, die dafür verantwortlich sind, dass Size Zero die Promiwelt dominiert. Wir würden uns wünschen, dass Betroffene ihr Problem zukünftig öffentlich kommunizieren, um somit Gleichgesinnten Mut zu geben und eine Botschaft zu senden: Magersein ist gefährlich, nicht erstrebenswert. Doch gerade diese Einsicht ist ja meist leider die größte Herausforderung.

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