Jan Böhmermann (35) gilt für viele Menschen in Deutschland als der Intelligenteste unter den Witzbolden. Mit viel Ironie gehen seine Scherze über Gender-Themen hinaus und üben Gesellschaftskritik da, wo es Sinn macht. Ob er mit seinem jüngsten Streich aber etwas über das Ziel hinausgeschossen ist? Nach seinem Gedicht über den türkischen Präsidenten Erdoğan, muss Böhmermann nämlich weiterhin mit ernsten Konsequenzen rechnen. Während es nach einem Gespräch zwischen Angela Merkel (61) und Erdoğan zunächst so wirkte, als seien die Wogen geglättet, will die Türkei jetzt doch eine Strafverfolgung.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
ZUMA Wire / Zuma Press / ActionPress
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

Offenbar forderte die türkische Regierung mittels ihres Botschafters jetzt wirklich die Strafverfolgung gegen den ZDF-Moderatoren, wie der Tagesspiegel jetzt berichtet. Aus Regierungskreisen bestätigte man der Zeitung offenbar, dass es seitens des Botschafters eine sogenannte Verbalnote gab. Außerdem berichtet das Blatt, die deutsche Regierung würde nun den Inhalt dessen "sorgfältig und so zügig wie möglich prüfen". Ob den türkischen Forderungen zugestimmt wird, ist bisher nicht bekannt. Man könnte sich auf die Presse-, Meinungs- und Kunstfreiheit berufen, doch offenbar gab es dazu noch keine Äußerungen von der Bundesregierung.

Jan Böhmermann und Markus Lanz
WENN
Jan Böhmermann und Markus Lanz

Jan Böhmermann sagte zuletzt seinen Auftritt beim Grimme-Preis ab und schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Ich fühle mich erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe. Mein Team von der Bildundtonfabrik und ich bitten um Verständnis, dass wir heute Abend nicht in Marl feiern können."

Angela Merkel
Sascha Steinbach/Getty Images
Angela Merkel