Da ist er wieder! Heute flimmerte nach der kleinen Zwangspause zum ersten Mal wieder Jan Böhmermanns (35) TV-Show "Neo Magazin Royale" über die deutschen Bildschirme. Mit Spannung wurde erwartet, ob der Moderator sich zu der Affäre um sein kritisches Gedicht auf den türkischen Staatspräsidenten äußern würde. Im Netz hatte er ja bereits ordentlich ausgeteilt. Doch Jan Böhmermann wählte einen recht geschickten Ausweg.

Jan Böhmermann
Peter Bischoff / Getty Images
Jan Böhmermann

Im Eröffnungsmonolog erklärt der Satiriker, dass er sich Witze künftig verkneifen wolle: "Ich hab gesagt ‘Leute, Gags, habe ich schlechte Erfahrung mit gemacht. Lass' ich bleiben.' Weil, oft verstoßen Gags gegen die Menschenwürde, Artikel 1 des Grundgesetzes." Stattdessen hatte er im Vorfeld dazu aufgerufen, dass die Zuschauer ihre Scherze einschicken könnten. Wer es in die ZDF-Sendung schafft, bekommt sogar noch Geld dafür. Damit konnte sich Jan einen Seitenhieb nach dem anderen leisten und sich trotzdem stets von dem Gesagten distanzieren. So schafften es schräge Aussagen wie "Gewöhnen sie sich auch besser nicht an mich, denn der letzte der wegen eines Gedichts ins Gefängnis musste, wurde zwölf Jahre später türkischer Staatspräsident" in die Show.

Jan Böhmermann in der ZDF-Talkshow 'Markus Lanz' in Hamburg
Peter Bischoff / Getty Images
Jan Böhmermann in der ZDF-Talkshow 'Markus Lanz' in Hamburg

Doch dabei blieb es nicht. Die gesamte Show über streute Jan Böhmermann kleine Spitzen in die Sendung ein. So verkündete der Moderator, er halte sich aus der Politik raus, weil da noch Verfahren laufen. Auch mit Studiogast Gregor Gysi (68) diskutierte er die Situation. Der Linken-Politiker riet ihm, am besten einfach den Mund zu halten. Für die Entscheidung der Bundeskanzlerin hatte wenig Verständnis. Die Show schaffte es, ohne wirklich den Rechtsfall selbst zu thematisieren, den Fokus trotzdem immer wieder darauf zu lenken.

Gregor Gysi
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Gregor Gysi