Ob die Diskussion damit ein Ende findet? Kollegah (33) und Farid Bang (31) wurden mit ihrem aktuellen Album "Jung, brutal, gutaussehend 3" in gleich zwei Kategorien für einen ECHO nominiert. Wegen eines Auschwitz-Vergleiches in ihrem Song "0815" diskutierte der Ethikrat des Musikpreises allerdings lange, ob die beiden Rapper damit gegen gesellschaftliche Normen verstoßen oder nicht. Nach einer gründlicher Untersuchung steht die Entscheidung jetzt fest: Farid und Kollegah bleiben weiterhin im Rennen und dürfen bei der Award-Show sogar auftreten!

In einer ECHO-Pressemitteilung rechtfertigte Wolfgang Börnsen, Sprecher des Beirats, nun den Entschluss: Bei der Nominierung der Musiker handele es sich um einen "absoluten Grenzfall zwischen Meinungs- und Kunstfreiheit und anderen elementaren Grundrechten". Die Grenzen der künstlerischen Freiheit werden allerdings nicht so weit überschritten, dass ein Ausschluss von der Veranstaltung gerechtfertigt wäre. Dennoch distanzierte sich Börnsen: "Die Wortwahl einiger Texte [...] ist provozierend, respektlos und voller Gewalt. Sie als Stilmittel des Battle-Raps zu verharmlosen, lehnen wir ab." Trotz intensiver und kontroverser Diskussionen wurde letztendlich aber mehrheitlich für den Verbleib von Farid und Kollegah abgestimmt.

Börnsen sieht das Problem vor allem in der Gesellschaft, wo Hass und Gewalt in vielen Bereichen zunehmen. Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Musikindustrie, zeigte hingegen Verständnis für die Betroffenen. Er forderte stattdessen eine ernsthafte Debatte über Kunst- und Meinungsfreiheit, stellte aber auch klar: "Es sollte dabei allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass der ECHO ein Preis ist, der auf Verkaufszahlen basiert."

Farid Bang bei der "Fack ju Göhte 3"-PremiereAndreas Rentz/Getty Images for Constantin Film
Farid Bang bei der "Fack ju Göhte 3"-Premiere
Kollegah beim Echo 2016WENN
Kollegah beim Echo 2016
Kollegah und Farid BangInstagram / kollegahderbossofficial
Kollegah und Farid Bang
Farid Bang und Kollegah sind weiter nominiert: Was sagt ihr dazu?181 Stimmen
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Unverständlich! Der Ethikrat hätte mit einem Aus der beiden ein klares Zeichen setzen sollen.
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Die Diskussion war doch total unnötig: Es herrscht künstlerische Freiheit in Deutschland!


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