Kate Winslet: Vom Mobbing-Opfer zum Hollywood-Star
Kate Winslet (50) hat im BBC-Radio abgerechnet – und zwar mit einer Lehrerin aus ihrer Kindheit. In der Kultsendung "Desert Island Discs", die am 26. Dezember ausgestrahlt wird, erzählte die "Titanic"-Ikone, wie ihr im Jugendalter prophezeit wurde, sie werde nur Rollen für "dickere Mädchen" spielen. "Schau mich jetzt an", konterte Kate on air, bevor sie der anonymen Pädagogin eine schallende Abfuhr verpasste. Die Oscarpreisträgerin berichtete zudem von heftigem Mobbing an Grund- und weiterführender Schule, das sie schon früh prägte. Sie schilderte, wann es passierte, wo sie es erlebte und mit wem es zu tun hatte: Mitschüler sperrten sie in den Kunstraum, nannten sie "Blubber" – und eine Lehrerin setzte noch eins drauf. Die heute dreifache Mutter blickt zurück, ohne zu beschönigen, und macht klar: Diese Worte taten weh, aber sie ließ sich von ihnen nicht aufhalten.
Im Gespräch mit Moderatorin Lauren Laverne wurde Kate deutlich: "Das war nicht sehr nett, oder? Es ist entsetzlich, was Menschen zu Kindern sagen", sagte sie. Zwischen 15 und 19 habe sie "kaum noch gegessen", immer wieder Diäten begonnen, morgens aufgewacht mit dem Gedanken: "Sehe ich dicker aus?" Eine Spirale, die sie heute als einzigen echten Fehltritt ihres Lebens bezeichnet. Schon mit 15 stand sie für die BBC-Serie "Dark Season" vor der Kamera – in der Schule wurde es dadurch eher schlimmer. "Sie hassten mich dann", erzählte sie. Ihre Strategie damals: abtauchen in die Theatergruppe, die Kreativität zum Schutzschild machen, die Gemeinheiten so klein werden lassen wie möglich. "Ich ließ mir die Bahn, auf der ich unterwegs war, nicht kaputtmachen", sagte sie in der Sendung.
Heute setzt die Schauspielerin auf Natürlichkeit – mit Ansage. "Ich lebe mit Intention und Integrität, mit einem Gesicht, das sich bewegt", erklärte Kate im BBC-Radio. Sie lehnt Bildbearbeitung ab, will Figuren spielen, deren Gesichter Falten haben, Krähenfüße zeigen, deren Körper mit den Jahren mitleben. Privat hält sie ihr Familienleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus; mit ihren drei Kindern teilt sie kleine Alltagsmomente, ohne großes Getöse. Freunde beschreiben sie als geerdet, humorvoll, jemand, der beim Essen gern teilt und am Set auch ohne Glamour auskommt. Wenn Kate über ihre Jugend spricht, wird spürbar, wie sehr Nähe und Loyalität für sie zählen – und warum sie heute jenen Ton bevorzugt, der tröstet statt verletzt. Ein Star, der seine Narben nicht versteckt, sondern in etwas Haltgebendes verwandelt.






