Nick Reiners Verteidigung: Trickst sie mit der Presse?

Nick Reiners Verteidigung: Trickst sie mit der Presse?

- Nele Zuber
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Kurz vor der nächsten Anhörung im Fall von Nick Reiner (32) sorgt eine mutmaßliche Strategie der Verteidigung für Wirbel. Der 32-jährige Sohn des verstorbenen Hollywood-Regisseurs Rob Reiner (†78) steht im Verdacht, im Dezember 2025 in Brentwood, Kalifornien, seine Eltern getötet zu haben. Nun diskutieren TV-Moderator Todd Piro und Rechtsexperte Josh Ritter laut OK Magazine bei Fox News darüber, welche Verteidigungsstrategie Nicks Anwälte wohl fahren könnten. Dem Experten zufolge liegt der Verdacht nahe, dass das Anwaltsteam gezielt Informationen an die Medien weitergibt, um eine Unzurechnungsfähigkeit zu untermauern. Berichte über eine Schizophrenie-Diagnose und angeblich neue Medikamente, die Nick "erratisch" gemacht haben sollen, stehen dabei im Fokus.

Todd Piro formulierte die Vermutung im TV-Studio deutlich: "Wenn ich das höre, klingt es so, als würde die Verteidigung Informationen an die Medien durchsickern lassen, um eine Unzurechnungsfähigkeitsverteidigung aufzubauen", mutmaßte er. Josh stimmte zu: "Ich glaube, du hast absolut recht." Für den Juristen wirkt es "irgendwie praktisch", dass so viele Details zu Nicks angeblichem psychischen Zustand gerade jetzt in der Öffentlichkeit landen. Trotzdem warnt der Strafverteidiger, dass der Weg zur gerichtlichen Anerkennung einer Unzurechnungsfähigkeitsverteidigung steinig sein wird. "Für das Gesetz reicht es nicht, dass jemand an einer psychischen Erkrankung leidet", erklärte Josh gegenüber dem Sender. Man müsse beweisen, dass der Beschuldigte die Folgen seiner Handlungen nicht erkennen konnte und "buchstäblich so losgelöst von der Realität" war, dass er nicht wusste, was er tat.

Genau hier sehen die Experten aber den Knackpunkt: Nicks Verhalten nach der Tat zeuge nicht gerade von Unzurechnungsfähigkeit. Ihren Schilderungen nach soll der Regisseurssohn den Tatort verlassen, zu einem zweiten Ort gegangen und sich dort gewaschen haben. "Er ist vom Tatort geflohen", betonte Josh Ritter im Gespräch und hob hervor, dass Nick offenbar versucht habe, einer Festnahme zu entgehen. CCTV-Aufnahmen zeigen ihn demnach ruhig in der Nähe des Elternhauses, bevor er Stunden später in der Nähe des Campus der University of Southern California festgenommen wurde. Aus Sicht des Experten sind das "Anzeichen für eine Person, die die Konsequenzen ihrer Handlungen versteht". In den kommenden Monaten dürfte sich für den Angeklagten nicht nur auf der Anklagebank, sondern auch in der öffentlichen Wahrnehmung entscheiden, wie sein innerer Zustand in jener Dezember-Nacht bewertet wird.

Nick Reiner bei der Chaplin Award Gala 2014 im Lincoln Center in New York
Imago
Nick Reiner bei der Chaplin Award Gala 2014 im Lincoln Center in New York
Rob Reiner und Michele Singer Reiner
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Rob Reiner und Michele Singer Reiner
Nick Reiner im Jahr 2015
Instagram / michelereiner
Nick Reiner im Jahr 2015
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