Ziemlich tödlich: Forscher werten alle "James Bond"-Filme

Ziemlich tödlich: Forscher werten alle "James Bond"-Filme

- Nurin Khalil
Lesezeit: 2 min

James Bond, der legendäre Agent des MI6, hat in seinen bisher 25 Kinoabenteuern nicht nur eine Vielzahl an Schurken besiegt, sondern auch immense Risiken auf seinen zahlreichen Reisen auf sich genommen. Eine humorvoll angelegte Studie des Wissenschaftsjournals "Travel Medicine and Infectious Disease" hat nun untersucht, welche Gefahren dem Doppelnullagenten in seinem Job wirklich drohen. Auf den insgesamt 86 internationalen Trips seit seinem ersten Auftritt in "James Bond jagt Dr. No", damals mit Sean Connery (†90), lauern für den britischen Spion neben tödlichen Gegnern auch unsichtbare Feinde wie Krankheitserreger und Infektionen. Dabei zieht James Bond häufig unbedacht in den Kampf: In der Analyse, die sich auf die Empfehlungen der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC bezieht, kritisieren Forscher vor allem sein sorgloses Verhalten in puncto Hygiene, Ernährung und Alkoholkonsum.

Die Studie zeigt auf, dass Bond in allen Filmen nur zweimal beim Händewaschen zu sehen ist, während er gleichzeitig regelmäßig ungewaschenes Obst und rohe Austern verzehrt. Auch seine Vorliebe für Gelegenheitssex, dokumentiert durch 59 Affären, könnte sich als fatal erweisen, da dies mit einem erhöhten Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten einhergeht. Sein Alkoholkonsum macht es nicht besser: Trinker neigen zu Verletzungen der Mundschleimhaut, was zusätzliche Infektionsgefahren birgt. Besonders kurios ist eine Szene in "Liebesgrüße aus Moskau", in der der Agent die Wunde eines Kollegen mit Raki desinfiziert und aus derselben Flasche trinkt – ein medizinisch bedenklicher Moment. Weitere Gefahrenquellen wie Barfußspaziergänge an exotischen Stränden oder Kontakt mit tollwütigen Tieren machen deutlich, dass das Leben als Geheimagent weitaus riskanter ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Auch Bonds frühere Darsteller haben immer wieder ihre eigene Sicht auf den Mythos 007 geäußert. Pierce Brosnan (72) etwa, der von 1995 bis 2002 die Rolle des Agenten übernahm, gab zu, dass er sich seine Filme nicht gerne ansieht, da er mit seiner Darstellung unzufrieden sei. Trotzdem hat gerade dieser Bond-Darsteller viele Fans nachhaltig beeindruckt, wie sein Kommentar zum Film "GoldenEye" vor ein paar Jahren zeigte. Im direkten Vergleich zur gefahrvollen Filmwelt, die durch die neue Studie mit einem Augenzwinkern analysiert wurde, erscheint Brosnans Kritik an der eigenen Arbeit hingegen fast trivial. Die Details der amüsanten Untersuchung, die eine neue Perspektive auf die Abenteuer des berühmten Geheimagenten bietet, kann man kostenlos auf der Online-Plattform ScienceDirect einsehen. Wer nach Daniel Craig (57) als nächstes die 007 spielen darf, ist nach wie vor nicht entschieden.

Die bisherigen James-Bond-Darsteller als Wachsfiguren
Steffi Loos/Getty Images
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Sean Connery und Kim Basinger im James-Bond-Klassiker "Sag niemals nie"
IMAGO / Capital Pictures
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Pierce Brosnan, Schauspieler
Getty Images
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Studie über 007: Wie findest du Bonds Umgang mit Hygiene, Alkohol und Essen?