"Idioten": Wegen dieses Films beendete Sean Connery Karriere

"Idioten": Wegen dieses Films beendete Sean Connery Karriere

- Marina Birner
Lesezeit: 3 min

Zwischen 1962 und 1983 spielte sich Sean Connery (†90) als Spion mit der Lizenz zum Töten, alias James Bond, insgesamt sieben Mal in die Herzen von Action-Liebhabern. 2003 zog der Schauspieler allerdings einen Schlussstrich unter ganz Hollywood – frustriert und endgültig. Der Weltstar, der als Agent 007 Filmgeschichte schrieb, beendete seine Karriere nach den Dreharbeiten zu "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen". Der Steampunk-Actionfilm nach der Comicvorlage von Alan Moore kam am 11. Juli 2003 in die Kinos und zeigte Sean als Abenteurer Allan Quatermain, an seiner Seite unter anderem Shane West (47) und Stuart Townsend (53). Gedreht wurde in Prag und auf Malta, promotet wurde weltweit, doch der Funke sprang nicht über. Für Sean war klar: Mit diesem Projekt, bei dem angeblich so viel schiefgelaufen sei, wolle er die Leinwand hinter sich lassen.

Vonseiten der Kritiker wurde der Film von Anfang an scharf angegangen. Auf Rotten Tomatoes dümpelt er im niedrigen Prozentbereich und auch beim Publikum blieb die Euphorie aus. In der Rezension von Filmstarts.de hieß es vernichtend: "Hier waren einfach nur die falschen Männer am falschen Ort versammelt: der falsche Regisseur, die falschen Drehbuchautoren, die falschen Darsteller, die falschen Special-Effects-Spezialisten." Der im Jahr 2020 an den Folgen einer Lungenentzündung Verstorbene ließ keinen Zweifel daran, wie sehr ihn die Zusammenarbeit hinter den Kulissen enttäuscht hatte. Dem New Zealand Herald sagte Sean damals: "Ich habe genug von den Idioten. Die Kluft zwischen den Leuten, die wirklich Filme machen können, und denen, die sie finanzieren, wird immer größer", erklärte der Schotte und machte damit seinen Bruch mit der Branche öffentlich. "Ich sage nicht, dass sie alle Idioten sind – aber viele sind einfach nicht besonders gut in dem, was sie tun."

Dass dieser Abschied so hart ausfiel, wirkt vor dem Hintergrund seiner Karriere für viele Fans umso trauriger. Sean war mehr als 007: Er gewann den Oscar für "The Untouchables", glänzte in "Marnie" und "Der Name der Rose" und prägte mit seiner Präsenz Generationen von Filmfans. Privat galt er als jemand, der klare Entscheidungen traf und sie durchzog, wenn er von etwas überzeugt war. Freunde beschrieben den Schauspieler, der die Rolle des diabolischen Hannibal Lecter in "Das Schweigen der Lämmer" abgelehnt hatte, einst als loyalen Gesprächspartner, der in kleiner Runde gerne Anekdoten aus Drehzeiten erzählte. Wenn Sean, der drei Stiefkinder sowie Sohn Jason Connery hinterließ, über seine Kindheit in Edinburgh sprach, tat er das zwar ohne Pathos, dafür aber mit einer gesunden Portion trockenem Humor – eine Haltung, die auch in seinen späten Jahren durchschimmerte, als er den Rückzug in die Stille dem Rampenlicht vorzog.

Sean Connery bei einer Fashion Show in NYC im März 2009
Getty Images
Sean Connery bei einer Fashion Show in NYC im März 2009
Sean Connery in "James Bond – 007 jagt Dr. No"
ZUMA PRESS, INC.
Sean Connery in "James Bond – 007 jagt Dr. No"
Sean Connery in "Der Name der Rose"
Sean Connery in "Der Name der Rose"
Sean Connerys Schlussstrich nach "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" – könnt ihr den Schritt nachvollziehen?
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