Sexismusvorwürfe: Kristen Stewart rechnet mit Filmbranche ab

Sexismusvorwürfe: Kristen Stewart rechnet mit Filmbranche ab

- Nele Zuber
Lesezeit: 3 min

Abrechnung mit Hollywood: Kristen Stewart (35) findet deutliche Worte über die Schattenseiten des Filmgeschäfts. Anlässlich ihres Regiedebüts "The Chronology of Water" macht die Schauspielerin deutlich, wie sehr sich die Arbeit vor und hinter der Kamera unterscheidet: Als Regisseurin genieße sie eine ganz neue Form der Wertschätzung, während sie als Schauspielerin oft ganz andere Erfahrungen machen musste. "Schauspielerinnen werden wie Dreck behandelt, das kann ich Ihnen sagen", erklärte sie im Interview mit The Sunday Times. Kein Wunder also, dass Kristen aktuell lieber im Regiestuhl sitzt, statt vor der Kamera zu arbeiten.

Kristen sei überrascht gewesen, dass man ihr als Regisseurin plötzlich auf Augenhöhe begegnete: "Das erste Mal, als ich über meinen Film sprach, dachte ich: Wow, die reden mit mir, als hätte ich ein Gehirn", schilderte sie eindrücklich. Für Kristen ist das Bild des Regisseurs als übermenschliches Genie eine bloße Illusion, die vor allem von männlicher Seite befeuert wird. In ihrem Coming-of-Age-Drama "The Chronology of Water", nach dem Buch von Lidia Yuknavitch, besetzt Kristen unter anderem Imogen Poots (36) in der Hauptrolle. Das Werk behandelt Themen wie Missbrauch, Sucht, Körperlichkeit und Selbstermächtigung aus einer weiblichen Perspektive. Auf die Frage, ob ihr Projekt als Mann leichter zu inszenieren gewesen wäre, entgegnete sie wie gewohnt schlagfertig: "Wäre ich ein Mann, hätte ich diesen Film gar nicht erst gemacht."

Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz ist für Kristen aber offenbar nur einer von vielen Gründen, weshalb sie Hollywood den Rücken gekehrt hat. Die 35-Jährige machte im Interview keinen Hehl daraus, dass sie von der aktuellen Stimmung in den USA, insbesondere seit der Trump-Ära, genug hat. Die Twilight-Ikone bezeichnete die Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump (79), Zölle auf ausländische Filme zu erheben, als "beängstigend" für die gesamte Branche und behauptete, in den Staaten "nicht frei arbeiten zu können". Doch Kristen gibt sich weiterhin tapfer. "Ich will nicht komplett aufgeben. Ich möchte Filme in Europa machen und sie dem amerikanischen Publikum dann einfach in den Rachen schieben", erklärte sie.

Privat hat Kristen Stewart ihr Glück längst abseits der dramatischen Schlagzeilen gefunden. Nachdem sie während ihrer Beziehung mit Robert Pattinson (39) jahrelang als eine Hälfte des "Twilight"-Traumpaares unter Beobachtung stand, lebt sie heute authentischer denn je. Seit 2019 ist sie mit der Drehbuchautorin Dylan Meyer (38) liiert – und machte im letzten Jahr sogar Nägel mit Köpfen: Die beiden gaben sich ganz entspannt in einem mexikanischen Restaurant das Jawort. Seit ihrem Coming-out scheint Kristen endlich angekommen zu sein. Diese neue, private Stärke spiegelt sich nun auch in ihrem beruflichen Befreiungsschlag wider: Mit ihrer Frau an der Seite und der Regieklappe in der Hand lässt sie sich von niemandem vorschreiben, wie sie zu leben oder zu arbeiten hat.

Kristen Stewart, Schauspielerin
Getty Images
Kristen Stewart, Schauspielerin
Kristen Stewart auf der Berlinale 2023
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Kristen Stewart auf der Berlinale 2023
Imogen Poots und Kristen Stewart, Mai 2025
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US-Präsident Donald Trump spricht nach seiner Rückkehr zur Joint Base Andrews mit der Presse, 13. Januar 2026
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