Das Verfahren gegen Gil Ofarim wird nicht neu aufgerollt

Das Verfahren gegen Gil Ofarim wird nicht neu aufgerollt

- Jannike Wacker
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Im Dschungelcamp äußerte Gil Ofarim (43) vereinzelt, dass das mittlerweile eingestellte Verfahren gegen ihn einige Ungereimtheiten aufwies. Das konkretisierte er zwar nicht direkt, deutete aber an, dass unter anderem das Beweisvideo der Überwachungskameras in dem Leipziger Hotel verändert wurde. Solche Dinge könnten einen Fall wie den um den Sänger in ein neues Licht rücken. Doch die Staatsanwaltschaft Leipzig sieht keinen Anlass, das Verfahren neu aufzurollen. "Mit der vollständigen Zahlung der gerichtlich angeordneten Geldauflage wurde das Strafverfahren gegen Gil Ofarim am 21. August 2024 durch das Landgericht Leipzig endgültig eingestellt", betont der Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund dessen könne das Verfahren nicht wieder aufgenommen werden. Daran sei nichts zu ändern, auch nicht durch nachträgliche Aussagen.

Besagtes Überwachungsvideo war bereits während des Gerichtsverfahrens Thema. Gils Verteidigung wies darauf hin, dass in dem Ausschnitt einige Sekunden fehlen würden. Gleichzeitig wurde aber erklärt, dass das Video für die Beweisführung und damit auch für den Prozess nicht weiter relevant sei. Für die Staatsanwaltschaft ist Gils erneuter Hinweis, das Video sei manipuliert worden, somit nur eine Wiederholung bereits bekannter Aussagen: "Die Aussagen des Gil Ofarim aus den letzten Tagen stellen sich für die Staatsanwaltschaft unabhängig davon letztlich nur als Wiederholungen aus dem Strafprozess vom November 2023 dar. In diesem wurde durch die Verteidigung des damaligen Angeklagten ebenfalls auf angebliche Ungereimtheiten und mögliche Manipulationen einer Videoaufnahme hingewiesen, da wenige Sekunden fehlen würden."

Gil kam im Dschungel in einem Gespräch mit Simone Ballack (49) auf das Video zu sprechen. Zuvor hatte der 43-Jährige sich bewusst nur sporadisch zu dem Vorfall geäußert. "Es wurde nachgewiesen, dass das Band nicht das Originalband ist. Es wurde nachgewiesen, dass Sekunden vom Band gefehlt haben. Das Video, das im Umlauf ist, ist nicht das Original", erklärte er, ohne weiter ins Detail zu gehen. Zudem erklärt Gil, es habe einen Zeugen gegeben, der seine Davidstern-Kette, die angeblich Auslöser gewesen sein soll, gesehen habe. Die Kette war auf dem Video nicht ersichtlich. Gils Anwalt erklärte parallel in einem Instagram-Livestream, dass dem Video tatsächlich zwei Sekunden fehlen. Allerdings habe das für das Verfahren keine Rolle gespielt, da das Symbol des Davidsterns nicht zwingend ein Auslöser für eine antisemitische Beleidigung sein müsse. In dem Verfahren sei es um die angebliche Beleidigung an sich gegangen – die habe es aber nie gegeben, wofür Gil sich letztendlich entschuldigt habe.

Gil Ofarim, Dschungelcamp 2026
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Gil Ofarim, Dschungelcamp 2026
Gil Ofarim, Dschungelcamp 2026
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Gil Ofarim, Dschungelcamp 2026
Gil Ofarim am Flughafen Frankfurt vor dem Abflug ins Dschungelcamp, Januar 2026
Imago
Gil Ofarim am Flughafen Frankfurt vor dem Abflug ins Dschungelcamp, Januar 2026