"The Walking Dead"-Szene prophezeite Carls Schicksal vorab

"The Walking Dead"-Szene prophezeite Carls Schicksal vorab

- Sandrine Palme
Lesezeit: 3 min

Fans von The Walking Dead rätseln seit Tagen über eine gelöschte Szene, die weder bei Netflix noch bei Amazon Prime Video zu finden ist – und die dennoch eine enorme Sprengkraft hat. In der 16. Folge der vierten Staffel sprechen laut kino.de Rick Grimes und sein Sohn Carl im Wald über Leben und Tod, als ein Hilferuf ertönt und alles eskaliert. Rick, gespielt von Andrew Lincoln (52), hält Carl, dargestellt von Chandler Riggs (26), zurück, während Michonne an ihrer Seite bleibt – und erklärt, warum Hilfe nicht immer möglich ist. Die Sequenz, die später aus dem Finale geschnitten wurde, zeigt ein eindringliches Vater-Sohn-Gespräch mit einer klaren Warnung. Gerade weil diese 81 Sekunden nie in die offizielle Fassung gelangten, entfaltet die Szene jetzt, Jahre später, eine gewaltige Wucht.

Ursprünglich war vorgesehen, dass Carl seinen Vater nach der verweigerten Rettung zur Rede stellt – und Rick daraufhin sein Herz öffnet. In der entfernten Passage sagt er zu Carl: "Ich will, dass du sicher bist, Carl. Vor allem anderen. Vor allen anderen. Verstehst du? [...] Du hast nicht darüber nachgedacht. Du hast es einfach getan. Das ist, wer du bist. Carl, du bist ein Mann, ein guter Mann. Deine Mutter wäre stolz. Ich bin stolz. Aber das hat mir nicht gefallen. Du musst hier draußen vorsichtig sein. Vorsichtiger als jemals zuvor." Die Szene kursiert inzwischen als Clip auf YouTube und zeichnet Carl als kompromisslos hilfsbereiten Jungen – eine Charaktereigenschaft, die drei Jahre später tragisch zum Bumerang wird. In Staffel acht sucht Carl den Fremden Siddiq im Wald, begleitet ihn bei einer Beißer-Jagd zu Ehren von Siddiqs Mutter – und wird dabei gebissen. Es ist der Anfang vom Ende: Carls Tod bestätigt Ricks düstere Mahnung auf grausame Weise.

Der Blick hinter die Kulissen macht die Entscheidung der Showrunner umso bemerkenswerter. Rick, der Beschützer, will seinen Sohn vor der Welt bewahren, während Carl, der Sohn, seinen eigenen moralischen Kompass nicht verraten will. Gerade diese Spannung prägte ihre Beziehung abseits der großen Schlachten und verleiht vielen gemeinsamen Szenen späteren Nachhall. Für die Community, die Rick und Carl als Herzstück der frühen Jahre sah, wirkt das gelöschte Gespräch heute wie ein fehlendes Puzzleteil: Es zeigt, wie nah sich beide standen, wie sehr Rick auf Carls Instinkt stolz war – und wie schwer es ihm fiel, genau diesen Instinkt zu fürchten. Wer sich an die ruhigen Momente der beiden erinnert, erkennt darin die private Dynamik einer Familie in der Ausnahmesituation, getragen von Fürsorge, Trotz und unausgesprochenen Versprechen.

Chandler Riggs bei der Feier zur 100. Episode von "The Walking Dead"
Jesse Grant/Getty Images for AMC
Chandler Riggs bei der Feier zur 100. Episode von "The Walking Dead"
Andrew Lincoln und Chandler Riggs, 2015
Getty Images
Andrew Lincoln und Chandler Riggs, 2015
Chandler Riggs beim Panel zu AMCs "The Walking Dead" auf der Comic-Con International 2014 in San Diego
Getty Images
Chandler Riggs beim Panel zu AMCs "The Walking Dead" auf der Comic-Con International 2014 in San Diego
Ist die gelöschte Szene für euch ein klares Foreshadowing auf Carls Tod?