Madison Beer wünscht sich keinen lebenslangen Ruhm
Madison Beer (26) spricht offen über Ruhm, Erwartungen und ihr neues Album – und überrascht mit einem klaren Wunsch: nicht für immer im Rampenlicht zu stehen. Im Gespräch mit The Hollywood Reporter erzählt die Sängerin an einem Donnerstagmorgen, wie sie mit Social Media umgeht, warum sie sich als Frau in der Branche Gehör erkämpft – und weshalb sie ihren aktuellen Erfolg gelassen nimmt. Ihr drittes Studioalbum "Locket", das Mitte Januar erschienen ist, brachte ihr erstmals eine Top-10-Platzierung in den Billboard 200 und mit der Single "Bittersweet" den ersten Eintrag in der Hot 100 ein. Trotzdem sieht sich Madison nicht als Getriebene, sondern als jemand, der bewusst Tempo rausnimmt – und irgendwann "auf eine Farm mitten im Nirgendwo" ziehen will.
In dem Interview macht Madison deutlich, wie sehr sie an "Locket" hängt: Sie habe alle Songs mitgeschrieben und mitproduziert, weil sie ihre künstlerische Vision umfassend prägen wolle. Dabei spricht sie über Hürden hinter den Kulissen: Produzenten, die Frauen kreative Credits absprechen, und eine Branche, in der weibliche Namen in der Produzenten-Kategorie großer Preisverleihungen kaum auftauchen. "Es gibt dieses Missverständnis, dass junge Popsängerinnen nicht kreativ beteiligt sind", sagt sie sinngemäß – und erzählt, wie wichtig es war, nur noch mit Menschen zu arbeiten, die sie "hören, unterstützen und sehen". Gleichzeitig beschreibt sie ihr zwiespältiges Verhältnis zu sozialen Netzwerken: Zwischen Liebesbotschaften von Fans und harten Hate-Videos schwankt sie wöchentlich zwischen Weitermachen und Löschen. "Ich meine, die Leute halten mich immer noch nicht für erfolgreich", sagt Madison und fügt hinzu: "Es ist fast schon lustig, wenn ich diese TikToks sehe … Ich denke mir dann: 'Mädchen, mach dir keine Sorgen um mich. Ich bin wirklich zufrieden. Ich bin wirklich glücklich.'"
Privater wird es, wenn Madison über ihr Aufwachsen im Internet spricht. Seit Justin Bieber (31) sie als 13-Jährige sichtbarer machte, sei ihr Leben öffentlich dokumentiert, inklusive peinlicher Momente, aus denen sie heute milder auf sich selbst blickt. Der Dauerblick von außen habe sie zeitweise introvertierter gemacht und misstrauischer gegenüber neuen Bekanntschaften. Dennoch betont die Musikerin ihre Liebe zu Menschen und den Wunsch nach einem gesunden Gleichgewicht. Ruhm als Dauerzustand passt für sie nicht. "Ich werde nicht für immer im Rampenlicht stehen", sagt sie – ein Satz, der auch verrät, wonach sie sich sehnt. Ein ruhigeres Leben, weniger Lärm, mehr Selbstbestimmung. Bis dahin genießt sie den Moment, ohne sich von Charts und Rankings definieren zu lassen. Resilienz statt Rekordjagd – und die Freiheit, irgendwann einfach abzuschalten.








