Die Clintons sagen vor dem Kongress zum Epstein-Skandal aus

Die Clintons sagen vor dem Kongress zum Epstein-Skandal aus

- Sandra Janke
Lesezeit: 2 min

Bill (79) und Hillary Clinton (78) müssen sich jetzt offiziell den Fragen des US-Kongresses im Skandal um Jeffrey Epstein (†66) stellen. Am 26. Februar sagt zunächst Hillary in einer nichtöffentlichen Sitzung vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses aus, am 27. Februar folgt dann Ex-Präsident Bill – beide per Videoschalte aus der Nähe ihres Wohnorts in Upstate New York. Das Gremium, das sich umfassend mit der Aufarbeitung des Missbrauchskomplexes befasst, will vor allem die früheren Kontakte der Clintons zu dem verstorbenen Finanzier beleuchten und klären, ob sie von den Verbrechen wussten. Im Gegensatz zu den bisherigen, teils stundenlangen öffentlichen Anhörungen anderer prominenter Zeugen findet das Verhör des Polit-Ehepaars komplett hinter verschlossenen Türen statt.

Hillary und Bill hatten sich monatelang gegen eine Aussage im Kongress gesträubt und immer wieder um Verschiebungen gebeten, was schließlich sogar ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses nach sich zog. Nun treten sie doch an – allerdings unter Bedingungen, die beide als unglücklich darstellen. Hillary erklärte im Gespräch mit der BBC: "Wir werden kommen. Aber eine öffentliche Anhörung wäre besser, denn wir wollen, dass jeder alle Fakten kennt. Ich würde das lieber bei einer öffentlichen Anhörung machen, sodass jeder es in Echtzeit mitbekommt. Wir haben nichts zu verbergen." Die Demokratin spricht von einem "abgekarteten Spiel" der Republikaner und wirft dem Ausschussvorsitzenden James Comer vor, mit der Untersuchung vor allem Ex-Präsident Donald Trump (79) schützen zu wollen.

Bills Name und Bilder von ihm tauchen in den Dokumenten zu den Epstein-Ermittlungen auf. Der Ex-Präsident hat ein Fehlverhalten im Zusammenhang mit seiner Bekanntschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter jedoch wiederholt bestritten. Hillary hatte in einem Interview mit der ARD-Talksendung "Maischberger" erklärt, Jeffrey nie getroffen zu haben, und ihren Mann in Schutz genommen. Bill habe Jeffrey nur kennengelernt, weil dieser ein Flugzeug für Wohltätigkeitsprojekte zur Verfügung gestellt habe. Der New Yorker Finanzier hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen, und starb 2019 in seiner Gefängniszelle.

Hillary und Bill Clinton in Washington
Win McNamee / Getty Images
Hillary und Bill Clinton in Washington
Ein Foto aus den Epstein-Akten zeigt Bill Clinton und Jeffrey Epstein
Actionpress/CAP/PLF
Ein Foto aus den Epstein-Akten zeigt Bill Clinton und Jeffrey Epstein
Jeffrey Epstein in New York, 2015
Imago
Jeffrey Epstein in New York, 2015
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