Prozess vorbei: Dann wird Marius Borg Høibys Urteil erwartet
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) ist in Oslo zu Ende gegangen. Der 29-Jährige, Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52), musste sich fast sieben Wochen lang vor Gericht verantworten. Ihm werden unter anderem Vergewaltigung in mehreren Fällen, Gewalt gegen mehrere Ex-Freundinnen sowie Drogendelikte vorgeworfen. Alle mutmaßlichen Opfer und zahlreiche weitere Zeugen wurden während des Verfahrens gehört. Das Urteil wird erst in einigen Wochen verkündet – voraussichtlich Anfang Juni, wie in Norwegen üblich, berichtet die Tagesschau. Die Staatsanwaltschaft fordert für Marius eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten.
Die Verteidigung des 29-Jährigen plädierte laut dem Portal hingegen im Fall der Vergewaltigungsvorwürfe auf Freispruch. Die vorhandenen Beweise, darunter auch Videos, die Marius selbst während der mutmaßlichen Taten gemacht haben soll, reichten laut seinen Anwälten nicht aus. Es sei nicht eindeutig bewiesen, dass die betroffenen Frauen während der sexuellen Handlungen geschlafen hätten. Einige weniger gravierende Anklagepunkte hatte Marius gestanden – für diese Vergehen hält die Verteidigung rund eineinhalb Jahre Haft für angemessen. Sein Anwalt Petar Sekulic betonte in seinem Plädoyer, dass das enorme Medieninteresse und die familiäre Situation für seinen Mandanten eine große Belastung darstellten: "Es gab zehntausende Artikel. Die Presse verfolgt ihn überall hin, bis in die Anwaltskanzlei, und es wurden nach illegalen Leaks sogar Beweismittel veröffentlicht."
Für die norwegische Königsfamilie ist die Situation äußerst belastend. Marius stammt aus einer früheren Beziehung von Mette-Marit und gehört nicht zur Thronfolge. Dennoch stürzt der Fall die Monarchie in eine tiefe Krise. Hinzu kommt, dass sich der Gesundheitszustand der Kronprinzessin aufgrund einer Lungenerkrankung verschlechtert hat. Auch der sogenannte Epstein-Skandal sorgt für zusätzlichen Druck – kurz vor Prozessbeginn war bekannt geworden, dass Mette-Marit engen E-Mail-Kontakt zu dem verstorbenen US-Sexualstraftäter hatte. Königshausexpertin Kristi Marie Skrede konstatiert laut der Tagesschau: "Die Königsfamilie befindet sich also in einer sehr schwierigen Lage mit drei Krisen gleichzeitig", während die Öffentlichkeit nun Antworten verlangt.






