Virginia Giuffres Bruder ist von König Charles enttäuscht
König Charles III. (77) hat bei seinem historischen Staatsbesuch in den USA für mächtig Wirbel gesorgt – allerdings nicht nur mit seiner Rede vor dem Kongress. Während der Monarch in Washington anlässlich des 250. Jubiläums der amerikanischen Unabhängigkeit die enge Freundschaft zwischen Großbritannien und den USA betonte, wartete nur wenige Minuten entfernt die Familie von Virginia Giuffre (†41) vergeblich auf ein persönliches Treffen. Wie unter anderem Fox News Digital berichtet, hatte der Palast zuvor klarstellen lassen, dass Charles aus Rücksicht auf laufende Ermittlungen und mögliche juristische Schritte gegen Prinz Andrew (66) nicht mit den Angehörigen sprechen werde. Für Virginias Familie war das ein herber Dämpfer.
Ihr Bruder Sky Roberts war gemeinsam mit weiteren Überlebenden des Epstein-Missbrauchssystems in Washington, um im Namen der verstorbenen Aktivistin zu lobbyieren. "Wir waren weniger als fünf Minuten von ihm entfernt", schilderte Sky gegenüber Fox News Digital und betonte, dass niemand ernsthaft damit gerechnet habe, dass der König sich viel Zeit nehme – ein kurzes Gespräch hätte ihnen aber bereits viel bedeutet. Der Buckingham Palace verwies laut USA Today darauf, dass ein Treffen die laufenden polizeilichen Untersuchungen und mögliche rechtliche Schritte rund um Andrew beeinflussen könnte. Virginia hatte dem Ex-Royal in ihrem Buch "Nobody’s Girl" sowie in Interviews schweren sexuellen Missbrauch vorgeworfen und beschrieben, wie sie als Teenager von Jeffrey Epstein (†66) und Ghislaine Maxwell (64) an mächtige Männer weitergereicht worden sei. Andrew bestreitet die Vorwürfe weiterhin. Im Zuge des wachsenden Drucks hatte Charles seinem Bruder im vergangenen Herbst die royalen Ehrentitel entzogen und ihn aus dem prunkvollen Royal Lodge-Anwesen ausziehen lassen.
Virginia galt als eine der bekanntesten Stimmen im Kampf gegen sexuellen Missbrauch und Menschenhandel. Ihre Geschwister Danny Wilson und Sky Roberts sowie deren Partnerinnen erinnern in den Interviews daran, wie liebevoll, humorvoll und zugleich unbeirrbar entschlossen sie gewesen sei. Die Angehörigen wollen ihr Engagement fortführen und setzen sich nun für "Virginias Gesetz" ein, das die Verjährungsfristen für zivilrechtliche Klagen erwachsener Missbrauchs- und Trafficking-Opfer aufheben soll. Danny erklärte, dass viele Betroffene erst nach Jahren die Kraft finden, über das Erlebte zu sprechen – dann sei es oft schon zu spät für rechtliche Schritte. Für die Familie ist klar: Sie wollen Virginias Vermächtnis bewahren und weiter öffentlich über ihre Geschichte sprechen, damit andere Überlebende sich ermutigt fühlen, ebenfalls ihre Stimme zu erheben.









