Anwalt von Marius Borg Høiby fordert Freispruch vor Gericht

Anwalt von Marius Borg Høiby fordert Freispruch vor Gericht

- Mia Lada-Klein
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Der Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) geht heute weiter und könnte für den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) einen entscheidenden Wendepunkt bedeuten. Während die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten fordert und den 29-Jährigen in 39 von 40 Anklagepunkten verurteilt sehen möchte, plädiert sein Verteidiger Petar Sekulic vor Gericht in Oslo auf Freispruch von allen Vergewaltigungsvorwürfen. "Es gibt keine Beweise, die dafür sprechen, dass Marius für die Vergewaltigungen verurteilt werden kann", sagte Sekulic der Zeitung Verdens Gang zufolge. "In keinem der vier Fälle." Das Urteil soll noch am heutigen Tag verkündet werden.

Die Verteidigung sieht es nicht als erwiesen an, dass Marius vier Frauen nach norwegischem Recht vergewaltigt hat, während diese laut Anklage schliefen und sich nicht zur Wehr setzen konnten. Videos, die der Angeklagte selbst während der mutmaßlichen Taten gemacht haben soll, seien keine eindeutigen Beweise. Ohne solche stehe Marius' Wort gegen das der Frauen, so Verteidiger Petar Sekulic. Er säte zudem Zweifel an der Glaubwürdigkeit vor allem einer der mutmaßlichen Geschädigten und argumentierte in anderen Fällen damit, dass die betroffenen Frauen kurz vor den vorgeworfenen Taten bereits mehrfach einvernehmlichen Sex mit Marius gehabt hätten. Die Staatsanwaltschaft verlangt zudem ein zweijähriges Kontaktverbot zu einer von Marius' Ex-Freundinnen.

Marius ist unter anderem wegen vier Fällen von Vergewaltigung nach norwegischem Recht, häuslicher Gewalt gegen zwei Ex-Freundinnen, zahlreicher Verstöße gegen Kontaktverbote, Beleidigung von Polizisten, eines Drogentransports sowie mehrerer Verkehrsdelikte angeklagt. Einige der Taten hat er eingeräumt, die Vergewaltigungsvorwürfe hat er aber bestritten. Der Sohn von Mette-Marit bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Die Zeit, die er dort bereits verbracht hat – rund zwei Monate – soll im Falle einer Verurteilung von der Haftstrafe abgezogen werden.

Marius Borg Høiby  bei einer Feier in Trondheim, 23. Juni 2016
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Marius Borg Høiby bei einer Feier in Trondheim, 23. Juni 2016
Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit im Dezember 2025
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Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit im Dezember 2025
Zeichnung von Marius Borg Hoiby im Prozess im Osloer Bezirksgericht, erstellt von Ane Hem
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Zeichnung von Marius Borg Hoiby im Prozess im Osloer Bezirksgericht, erstellt von Ane Hem
Falls es zu einem Schuldspruch kommt: Ist die geforderte Strafe von sieben Jahren und sieben Monaten angemessen?