Neue Klagen gegen Michael Jackson: Opferanwalt äußert sich
Michael Jackson (†50) wird vorgeworfen, Dominic Cascio und seine Geschwister in den 1990er-Jahren sexuell missbraucht zu haben – teilweise sollen sie erst sieben oder acht Jahre alt gewesen sein. 16 Jahre nach dem Tod des "King of Pop" gehen die mittlerweile erwachsenen Cascios nun juristisch gegen die Nachlassverwalter des verstorbenen Musikers vor. In der Klage, die der Bild vorliegt, ist von systematischer Manipulation die Rede, von Alkohol, Drogen und Isolation. "Michael hat ihnen immer gesagt: 'Das ist unser Geheimnis. Wir haben eine geheime Liebe. Niemand darf davon erfahren'", erklärte der Anwalt der Familie. Neben Schadensersatz fordert die Familie auch einen Fonds für Missbrauchsopfer, der mit bis zu 434 Millionen Euro ausgestattet werden soll.
Besonders brisant: Die Verhandlungen zwischen den Anwälten sollen im Pool des Sunset Marquis Hotels stattgefunden haben – nur in Badebekleidung. Auf Wunsch des Anwalts der Cascios sollte so sichergestellt werden, dass niemand verkabelt ist und die Gespräche heimlich aufzeichnet. Die Jackson-Seite reagierte in einer Petition scharf auf diese Vorgehensweise: "Nur jemand, der Erpressung oder andere rechtswidrige Handlungen betreibt, hätte ein Problem damit, dass ein Gespräch aufgezeichnet wird." Bereits 2019 soll es einen ersten Deal gegeben haben, bei dem jedes Familienmitglied 2,4 Millionen Euro erhalten haben soll. Die Nachlassverwalter werfen der Familie vor, später mit neuen Vorwürfen gedroht zu haben, sollten keine weiteren Zahlungen erfolgen. Der Fall soll nun in einem privaten Schiedsverfahren geklärt werden.
Michael und die Familie Cascio standen sich jahrelang sehr nahe. Der Musiker galt sogar als Teil der Familie, feierte mit ihnen Weihnachten und das Erntedankfest und war ständig präsent im Leben der Kinder. Auch öffentlich stellten sich die Cascios lange Zeit vor ihn. Erst nach der HBO-Dokumentation "Leaving Neverland" im Jahr 2019 sprach eines der Geschwister innerhalb der Familie erstmals über Missbrauch. "Die Kinder haben ihn geliebt und vieles verdrängt. Für Opfer ist es nicht ungewöhnlich, den Täter zu schützen", erklärte der Anwalt der Familie. Die Nachlassverwalter weisen die Vorwürfe entschieden zurück. Auch Michael hat zu Lebzeiten die zahlreichen Missbrauchsvorwürfe vehement abgestritten.






