Mara Wilson warnt vor KI: Bedrohung für Kinderstars steigt

Mara Wilson warnt vor KI: Bedrohung für Kinderstars steigt

- Yasmin Keller
Lesezeit: 3 min

Ehemaliger Kinderstar und Schauspielerin Mara Wilson (38) schlägt Alarm: Die Schauspielerin, bekannt aus dem Film "Matilda", warnt eindringlich davor, dass generative KI – damit sind KI-Tools, die ganz neue Inhalte erstellen können, wie Bilder und Videos, gemeint – Kinder und vor allem Kinderstars massiv gefährdet. Sie sieht eine neue Dimension von Missbrauchsmöglichkeiten im Netz. In einem Gastbeitrag im Guardian beschreibt sie, wie leicht heute mit wenigen Klicks sexualisierte Fälschungen entstehen können und fordert Konsequenzen von Unternehmen, Politik und Plattformen. Sie verweist dabei auch auf Berichte über X und das zugehörige KI-Tool "Grok", das angeblich ungeschützte Bilder einer minderjährigen Schauspielerin generiert haben soll. Mara macht klar, dass die Bedrohung nicht abstrakt ist, sondern Millionen Kinder treffen kann.

"Generative KI hat Stranger Danger neu erfunden", schreibt Mara im Guardian. Die Angst sei diesmal berechtigt, denn "es ist jetzt unendlich viel einfacher, jedes beliebige Kind, dessen Gesicht im Internet veröffentlicht wurde, sexuell auszubeuten", so die Schauspielerin weiter. Sie erinnert daran, dass schon 2024 die Internet Watch Foundation mehr als 3.500 KI-generierte Missbrauchsbilder von Kindern in einem Darknet-Forum gefunden habe. Zugleich kritisiert Mara laxe Filter bei einigen Anbietern und mahnt klare Regeln an. Unternehmen, die die Erstellung und Verbreitung von Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern ermöglichten, müssten zur Verantwortung gezogen werden. Über den Fall "Grok" schreibt sie: "Dann passierte es – oder zumindest bemerkte die Welt, dass es passiert war", eine Entwicklung, die für sie zeigt, wie leicht Schutzmechanismen umgangen werden. Mara fordert Kennzeichnungspflichten, strengere Haftungsregeln und technischen Schutz – auch, weil offene KI-Modelle ohne Schranken missbraucht werden könnten.

Noch bevor sie überhaupt auf die Highschool ging, wurden Fotos von ihr missbräuchlich genutzt und in Pornografie montiert. Für Mara machte es keinen Unterschied, dass sie nicht wirklich auf den Bildern zu sehen war: "Es war eine schmerzhafte Gewalterfahrung, ein wahrgewordener Albtraum", schreibt sie im Guardian. An Schauspiel-Sets habe sie sich stets sicher gefühlt, betont die Autorin. "Ich hatte unterstützende Eltern und war umgeben von Regisseuren, Schauspielern und Studiolehrern, die Kinder verstanden und sich um sie kümmerten", so Mara. Doch außerhalb dieser geschützten Räume sei es die Öffentlichkeit gewesen, die ihr zusetzte: "Hollywood wirft dich ins Becken", zitiert sie ihre eigene Erfahrung, "aber es ist die Öffentlichkeit, die deinen Kopf unter Wasser hält." Heute lebt sie in Los Angeles und hat sich aus Teilen der Social-Media-Welt zurückgezogen. "Wenn jemand wie ich – der mehr als ein Jahrzehnt jeden Tag auf Twitter war – damit aufhören kann, kann es jeder", schreibt sie. An Eltern richtet sie einen klaren Appell: Das Teilen von Kinderfotos im Netz bleibt heikel – "es ist ein Risiko", vor dem man junge Kinder schützen und ältere aufklären müsse.

Mara Wilson, Schauspielerin
Getty Images
Mara Wilson, Schauspielerin
Mara Wilson als Matilda aus dem gleichnamigen Film "Matilda", 1996
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Mara Wilson als Matilda aus dem gleichnamigen Film "Matilda", 1996
Mara Wilson im Jahr 2017
Getty Images
Mara Wilson im Jahr 2017
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