Rambo als Zeichentrickheld? Sylvester Stallone war empört
Sylvester Stallone (79) ist vor allem für seine Rollen als Rocky und John Rambo weltbekannt – doch nicht alles rund um seine berühmteste Actionfigur war nach seinem Geschmack. Bereits ein Jahr nach dem Kinoerfolg von "Rambo: First Blood Part II" aus dem Jahr 1985 wurde der knallharte Kriegsveteran kurzerhand in einen Zeichentrickhelden verwandelt. Die Animationsserie "Rambo: The Force of Freedom" lief 1986 für ein junges Publikum an. Sylvester lehnte das Projekt damals laut dem Filmportal ScreenRant jedoch öffentlich und deutlich ab.
Der Hintergrund seines Ärgers war vor allem rechtlicher Natur. Obwohl er das Gesicht der Figur war und am ersten Film von 1982 sogar als Co-Autor mitgewirkt hatte, besaß er keine Kontrolle über die weitere Verwertung des Charakters. Besonders die Vermarktung von Rambo-Actionfiguren als Kinderspielzeug empörte ihn. Der originale "Rambo"-Film hatte in den USA ein R-Rating erhalten – was in etwa einer Freigabe ab 16 oder 18 Jahren entspricht –, war also eindeutig als Erwachsenenunterhaltung konzipiert. Umso absurder erschien es Sylvester, dass der psychisch gezeichnete Vietnamkriegsveteran nun in einem kindgerechten Kosmos "gute Taten vollbringt", wie er es damals formulierte.
Die Umwandlung des düsteren Filmcharakters in einen harmlosen Cartoonhelden war kein Einzelfall in den 1980er-Jahren. Damals schien kaum ein Stoff zu hart für eine Samstagmorgen-Zeichentrickserie zu sein. John Rambo wurde in David Morrells Roman ursprünglich als schwer traumatisierter Soldat angelegt, der im Film überlebt – eine Abweichung von der Buchvorlage, die überhaupt erst die Fortsetzungen ermöglichte. Dass aus dieser Figur schließlich ein Kinderheld mit eigenem Spielzeug wurde, wirkt für viele Fans bis heute bizarr.






