Hust-Skandal: Das wurde aus dem WWM-Betrüger
Als dritter Mensch überhaupt gewann Charles Ingram im September 2001 die begehrte Million bei "Who Wants to Be a Millionaire?", der britischen Version von Wer wird Millionär?. Doch was sich zunächst wie ein triumphaler Erfolg anfühlte, entpuppte sich schon bald als der größte Skandal in der Geschichte des Formats. Der damals 38-jährige britische Armeeoffizier hatte sich die richtige Antwort auf jede Frage nicht etwa durch Wissen, sondern durch ein ausgeklügeltes Täuschungssystem erschlichen: Zwei Komplizen im Publikum husteten gezielt, sobald er die korrekte Antwortmöglichkeit vorlas, wie das Magazin Filmstarts berichtet. Die Produktion wurde misstrauisch und wertete die Aufnahmen nach der Sendung erneut aus – und der Betrug flog auf.
Das Preisgeld bekam Charles natürlich nie ausgezahlt. Alle drei beteiligten Personen wurden wegen Betrugs angeklagt. Charles selbst wurde zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt und musste zusätzlich ein Bußgeld von etwa 17.000 Euro sowie 11.000 Euro Prozesskostenbeteiligung zahlen. Da er zu jener Zeit in der britischen Armee diente, wurde er infolge des Skandals in den Ruhestand versetzt. Auch privat hatte er mit Widrigkeiten zu kämpfen: 2010 erlitt er einen schweren Unfall mit einem Rasenmäher, bei dem er drei Zehen verlor.
Trotz all dieser Rückschläge ließ sich Charles nicht unterkriegen. In den Jahren nach dem Skandal schrieb er zwei Romane mit den Titeln "The Network" und "Deep Siege". Heute arbeitet er in der IT-Branche und unterstützt seine Frau nebenbei beim Verkauf von handgemachtem Schmuck auf Kunsthandwerksständen. Während Charles mit seinem Hust-Trick TV-Geschichte schrieb, erklärte kürzlich ein anderer Gewinner von "Who Wants to Be a Millionaire?", wie man die Millionenfrage auch ganz ohne Betrug knacken kann.






