Neue Epstein-Vorwürfe: Missbrauch von Mädchen an Kunstschule
Ein neuer Untersuchungsbericht bringt erschreckende Details über jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch an einer renommierten amerikanischen Kunstschule ans Licht: Am Interlochen Center for the Arts im US-Bundesstaat Michigan sollen zwischen den 1950er- und den 2010er-Jahren mehr als 70 ehemalige Schüler Opfer von Übergriffen oder Grooming geworden sein. Unter den insgesamt 47 genannten mutmaßlichen Tätern taucht laut Bild auch der Name des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (†66) auf. Zwei frühere Studenten sollen den Ermittlern gesagt haben, dass Jeffrey ihnen gegenüber "physische Handlungen sexueller Natur" vorgenommen habe.
Der 2019 verstorbene Unternehmer hatte das Sommercamp der Einrichtung einst selbst als Jugendlicher besucht und unterstützte die Schule später über viele Jahre hinweg als Spender. Die unabhängige Untersuchung zeigt, wie lange die Missstände unentdeckt blieben und wie viele Betroffene erst jetzt mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit getreten sind. Viele der im Bericht genannten mutmaßlichen Täter leben inzwischen nicht mehr. Keiner der Beschuldigten soll noch für die Einrichtung tätig sein. Der aktuelle Präsident des Interlochen Center for the Arts, Trey Devey, bezeichnete die geschilderten Erlebnisse als "schockierend" und "herzzerreißend" und entschuldigte sich bei den Betroffenen.
Jeffrey Epstein war bereits zu Lebzeiten in einem der größten Missbrauchsskandale der jüngeren US-Geschichte verwickelt. Er beging im August 2019 in seiner Gefängniszelle Suizid, während er auf seinen Prozess wegen Sexhandels wartete. Immer wieder tauchen neue Vorwürfe und Zusammenhänge rund um den Fall auf. So wurde bekannt, dass Jeffrey während einer früheren Haftstrafe offenbar mithilfe eines fingierten Büros einer Non-Profit-Organisation weiter Frauen missbraucht haben soll – großzügige Freigangsregelungen machten dies möglich.








