Jeffrey Epstein nutzte Fake-Büro für Missbrauch während Haft
Trotz einer damals laufenden Haftstrafe soll Jeffrey Epstein (†66) weiter Frauen missbraucht haben – mithilfe eines gefälschten Büros und großzügiger Freigangsregelungen. Wie umfangreiche Recherchen des Telegraph ergaben, durfte Jeffrey jeden Tag bis zu zwölf Stunden ein angebliches Büro einer Non-Profit-Organisation namens "The Florida Science Foundation" in der Nähe des Gefängnisses nutzen. Dort traf er nicht nur mutmaßliche Opfer, sondern auch prominente Bekannte wie Sarah Ferguson (66), die Ex-Frau von Andrew Mountbatten-Windsor (66), und den britischen Politiker Peter Mandelson (72). Besonders belastend sind die Aussagen einer jungen Frau namens Roza, die vor dem US-Kongress über ihre Erlebnisse in dem Büro sprach.
Laut der Recherche der britischen Zeitung war dieses Büro Teil eines ausgeklügelten Systems, das Jeffrey trotz Verurteilung fast ein Doppelleben ermöglichte. Offiziell arbeitete er für die Stiftung, von der er gegenüber den Behörden behauptete, schon seit 15 Jahren dort tätig zu sein. Tatsächlich wurde die Organisation jedoch erst im November 2007 eingetragen – nur wenige Monate vor seinem Haftantritt – und zwar von seinem eigenen Anwalt. Die Usbekin Roza, die mit Versprechen einer Modelkarriere in die USA gekommen war, lernte Jeffrey 2008 im Alter von 18 Jahren kennen und wurde in dem vermeintlichen Stiftungsbüro angestellt. Dort nahm sie nach eigenen Angaben nicht nur Telefonate entgegen, sondern wurde auch von dem Finanzier missbraucht, wie sie in einer Anhörung vor einem Ausschuss des US-Kongresses im Mai 2026 schilderte. Fotos und Unterlagen zeigen einen Büroraum mit Sofa, Fernseher, Taschentuchboxen und einer Bronzestatue einer Frau – eine Umgebung, die nach Aussagen mehrerer mutmaßlicher Opfer Jeffreys Freigang zu einer Art "Du kommst aus dem Gefängnis frei"-Karte machte.
Brisant ist zudem, dass die ungewöhnlich großzügigen Freigangsregelungen trotz interner Warnungen der Justiz zustande kamen. Die stellvertretende Staatsanwältin Ann Marie Villafana legte dem Bericht zufolge bereits 2008 schriftlich Bedenken vor und wies unter anderem darauf hin, dass die "Florida Science Foundation" erst seit kurzer Zeit existierte. In einem Brief erwähnte sie auch, dass Jeffreys Berater Jack Goldberger im selben Gebäude ein Büro angemietet hatte. Dennoch genehmigte der zuständige Richter dem Unternehmer am 1. Oktober 2008, sich bis zu zwölf Stunden täglich im externen Büro aufzuhalten – bis zum vorzeitigen Ende seiner 18-monatigen Haftstrafe, von der er am Ende nur 13 Monate absaß.








