Die wahre Amy Winehouse und das Drama um ihre letzten Jahre
Fünfzehn Jahre nach ihrem Tod erinnert sich ein Journalist des britischen Nachrichtenportals Mirror in einem persönlichen Rückblick an Amy Winehouse (†27) – und das Bild, das er zeichnet, unterscheidet sich stark von dem der tragischen Ikone, die viele kennen. Er beschreibt, wie er die Sängerin eines Nachts im Hawley Arms in Camden traf, einer ihrer Stammkneipen. Amy zog ihn kurzerhand hinter den Tresen, zapfte Bier und erzählte ihm von ihrem Liebesleben – mit Witzen, Zigaretten und Lachern dazwischen. Schon davor hatte er sie bei einem kleinen Gig im Dublin Castle erlebt, wo sie das Album "Back to Black" spielte. Wer wirklich dort war, habe binnen Minuten gewusst, dass er gerade etwas Außergewöhnlichem beiwohnte.
Mit dem explodierenden Ruhm kamen auch Drogen, Dramen und der schleichende Verfall. Der Reporter begleitete Amy auf einer Skandinavien-Tournee, wo zerstörte Hotelzimmer, Polizeieinsätze und ein sichtlich beeinträchtigter Auftritt in Kopenhagen zum Alltag wurden. Beim schottischen Festival "T in the Park" erlebte er dann einen besonders bizarren Moment: Amy übergab ihm einen handgeschriebenen Zettel, den sie für ihren damals inhaftierten Ehemann Blake Fielder-Civil (44) verfasst hatte. "Lieber Blakey", begann die Nachricht, "ich habe so eine schöne Zeit beim T in the Park mit all meinen Freunden. Ich kann es kaum erwarten, dich bald zu sehen und dir den Verstand wegzuvögeln. Ich liebe dich so verdammt sehr." Gleichzeitig beobachtete er, wie sich ein ganzes Ökosystem aus Dealern und sogenannten Freunden um Amy bildete. Ihr Vater Mitch versuchte unterdessen verzweifelt, sie zu retten. Gegenüber Mirror berichtete er, dass er sogar einen Herzinfarkt vorgetäuscht hatte, um seine Tochter aus der Heroinsucht herauszureißen: "Ich tat so, als wäre ich schwer krank, und ließ unseren Arzt Amy sogar sagen, ich würde sterben."
Amy Winehouse wurde am 23. Juli 2011 tot in ihrer Wohnung in London aufgefunden. Sie war 27 Jahre alt. Nach ihrem Tod sprach Mitch erneut mit dem Reporter über die Umstände ihres Sterbens und über ihre Krampfanfälle, die er auf exzessiven Alkoholkonsum zurückführte. "Ich war einmal dabei. Es war purer Zufall. Sie fiel einfach um", erinnerte er sich. Amy hatte Blake im Jahr 2007 geheiratet, die Ehe endete 2009 mit der Scheidung. Für den Reporter aber bleibt vor allem ein Bild haften: das der witzigen, lebhaften Amy hinter dem Tresen, die ein perfektes Bier zapft und die Welt zum Lachen bringt.










