Dass Game of Thrones eine gewalttätige Serie ist, ist allseits bekannt. Doch ging die brutale Szene aus der fünften Staffel, die in den USA an diesem Wochenende gezeigt wurde, endgültig zu weit? Denn das schlimme Verbrechen, das in der letzten Episode an Sansa Stark (Sophie Turner, 19) verübt wurde, entwickelte sich unter Fans und Kritikern zur großen Kontroverse. Musste die Vergewaltigung der beliebten Serienfigur wirklich sein?

Sophie Turner
Landmark Media Press and Picture / ActionPress
Sophie Turner

Nicht nur die Brutalität der Szene, sondern auch der Umstand, dass sich das Szenario in den Romanen nicht mit Sansa, sondern mit einem sich als Arya Stark ausgebenden Mädchen passierte, ruft bei vielen Fans Empörung hervor. Für sie gehen die Veränderungen und die Gewalttätigkeit der TV-Show zu weit. Dagegen sehen besonders berufliche Serienkritiker eine Berechtigung des Fernsehmoments. Denn die Vergewaltigung fand ja auch in den Büchern durchaus statt, wenn auch mit einem anderen Charakter. Und - so argumentiert man zum Beispiel in einigen Internetportalen - sei diese erneute brutale Szene, anders als die zuvor gezeigte Vergewaltigung von Cercei (Lena Headey, 41) durch ihren Bruder Jamie Lennister (Nikolaj Coster-Waldau, 44), nicht verharmlost, sondern mit der ihr gebührenden Ernsthaftigkeit inszeniert worden.

Vanity Fair

Auch "Game of Thrones"-Erfinder George R. R. Martin (66) nahm Stellung. Er betonte erneut, dass er die Veränderungen seiner Geschichte für nötig hält. So ist auf seinem Blog ein langes Statement zur neuesten Kritikwelle zu lesen, das unter anderem besagt: "Kleine Änderungen führen zu größeren Änderungen und dann zu riesigen Änderungen. [...] Prosa und Fernsehen haben unterschiedliche Stärken, unterschiedliche Schwächen, unterschiedliche Anforderungen. Sie unterscheiden sich immer mehr." Wenn der Autor auch nicht direkt auf die Vergewaltigung von Sansa Stark eingeht, stellte er jedenfalls klar, dass er mit dem Weg, den die Serie eingeschlagen hat, einverstanden ist.

George R. R. Martin
Ivan Nikolov/WENN.com
George R. R. Martin