Jan Ullrich (41) muss zittern! Eigentlich hätte gestern das Urteil im Prozess um seine Alkoholfahrt vor einem Jahr fallen sollen. Am Nachmittag hatte es für den Ex-Radprofi, der unter dem Einfluss von 1,4 Promille in zwei Autos gekracht war, noch gut ausgesehen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich zuvor auf eine Bewährungsstrafe geeinigt und man ging fest davon aus, dass der Richter gestern dieses Strafmaß bestätigen würde, nachdem sich der Angeklagte für schuldig erklärt und Reue gezeigt hatte. Doch dem war nicht so! Die vorgelegte Anklageschrift wurde nicht genehmigt! Sie stimme in weiten Teilen nicht mit den Ermittlungen überein. Der Richter wies sie zur Überprüfung an die Staatsanwaltschaft zurück, wie das Bezirksgericht in Weinfelden laut Spiegel online erklärte.

Jan Ullrich
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Was war das Problem? Offenbar habe man einige Umstände nicht beachtet. Nicht nur Alkohol, sonder auch Valium soll im Blut des Unglücksfahrers festgestellt worden sein. Zudem sei er nicht wie bisher angenommen "nur" 50 km/h, sondern sogar mindestens 63 Stundenkilometer zu schnell gefahren sein. Laut Schweizer Recht gilt jeder, der mehr als 60 km/h zu schnell fährt, als Raser und kassiert dafür mindestens ein Jahr Haft. Es könnte also tatsächlich sein, dass Ullrich ins Gefängnis muss!

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Er versuchte, die Vertagung sportlich zu nehmen und erklärte in TV-Interviews, die er vor dem Gerichtsgebäude gab. "Es war eine Niederlage, ich hätte heute schon gerne eine Ziellinie gehabt." Wann genau er diese Ziellinie nun passiert, ist unklar. Ein Datum für eine neue Urteilssprechung gibt es nicht.

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