Amanda Seyfried offenbart mutigen Kampf mit Zwangsstörung
Amanda Seyfried (40) spricht so offen wie nie über ihre "extreme" Zwangsstörung – und warum sie ihr als junge Schauspielerin paradoxerweise Halt gegeben hat. In einem neuen Interview zur digitalen Januar-Ausgabe der Vogue erzählt die Schauspielerin, dass sie mit 19 die Diagnose erhalten habe, damals während ihrer Zeit bei der HBO-Serie "Big Love" in Los Angeles. An ihrer Seite: ihre Mutter, die in Pennsylvania eine Auszeit nahm, um einen Monat bei ihr zu leben, während Ärzte Hirnscans machten und eine Behandlung einleiteten. Seitdem nimmt Amanda jeden Abend Medikamente. Clubs, exzessive Partynächte, Alkohol und Drogen – all das mied sie bewusst, aus Angst, ihre psychische Stabilität könnte kippen. "Ich muss meiner OCD dafür Anerkennung geben", sagt sie in dem Gespräch und klingt dabei erstaunlich gelassen.
Gegenüber dem Magazin schildert Amanda, dass sie schon früh klare Grenzen zog: Pläne absagen, rechtzeitig nach Hause gehen, sich aus Szenen fernhalten, die ihr nicht guttun. "Ich habe Entscheidungen getroffen", sagt die Schauspielerin und beschreibt, wie die Angst vor Kontrollverlust sie vor manchen Abgründen der Branche bewahrte. Auch als Mutter zweier Kinder, die sie mit Ehemann Thomas Sadoski (49) großzieht, achtet sie heute streng auf ihre Balance. "Ehrlich gesagt, im Moment ist es wirklich hart", erklärte sie dem Magazin Us Weekly über den Spagat zwischen Drehs und anderen Projekten. Gleichzeitig zeigt sie, wie flexibel sie in ihrem Beruf sein kann: Für "The Testament of Ann Lee" verzichtete sie ein Jahr auf Botox, weil Regisseurin Mona ein striktes "kein Make-up, kein Botox"-Prinzip verfolgte. "Ich bin Schauspielerin und das ist mein Job", sagte Amanda dem Sender etalkctv beim Festival in Toronto. "Die Dinge, die ich mag, kann ich ein bisschen opfern. Natürlich kann ich das."
Persönlich gibt Amanda seltene Einblicke in den Familienalltag, wenn Drehs und Elternsein kollidieren. Ihre Tochter Nina kam 2017 zur Welt, ihr Sohn 2020. Zuhause helfe es, sagt die Schauspielerin, den Kindern die Arbeit nicht zu romantisieren, sondern ehrlich zu bleiben: Filmsets bedeuten lange Tage, Reisen und Konzentration, und manches lässt sich für kleine Ohren nur in Teilen erklären. Abseits der Kamera sucht Amanda Ausgleich in ruhigen Routinen, die ihr Struktur geben – Spaziergänge, Zeit mit der Familie, klare Tagespläne. Dass ihre Mutter in einer entscheidenden Phase an ihrer Seite war, hat in der Familie Spuren der Nähe hinterlassen. Dieses Gefühl von Rückhalt, berichten Vertraute, trage sie weiter – als Schauspielerin, Partnerin und Mutter, die gelernt hat, Grenzen nicht als Schwäche, sondern als Schutz zu verstehen. "Wir haben Opfer gebracht, und es hat sich gelohnt. Jeden Tag hat es Spaß gemacht. Wir haben nicht nur überlebt, wir sind aufgeblüht", sagte Amanda zu etalkctv.







