Jodie Foster gibt zu: Ruhm machte sie fast zum "Arschloch"
Jodie Foster (63) packt aus – und zwar ehrlich wie selten: Die zweifache Oscar-Gewinnerin erzählt im Gespräch mit Variety, dass der Ruhm sie fast zu einem Menschen gemacht hätte, mit dem sie selbst nicht hätte leben wollen. Der Moment der Erkenntnis kam am Set, als sie ihre eigene fordernde Tonlage hörte und sich erschrak. "Ich habe jemanden nach einem Cappuccino gefragt? Ich habe 45 Minuten herumgeschimpft?", zitiert Variety die Schauspielerin. Kurz nach ihrem 50. Geburtstag zog Jodie die Notbremse, trat einen Schritt aus Hollywood heraus und entzog sich dem Dauerstress der Branche. "Die Filme, die ich mache", sagte sie, "werden von diesem großen Leben handeln, das ich habe, nicht von Referenzen aus 365 Tagen Realityshow."
Die Ikone, die durch den Film "Taxi Driver" im Alter von 12 Jahren berühmt geworden ist, beschreibt, wie sie vorübergehend das Interesse am Spielen verlor – und es erst später wiederfand. Statt dem ewigen Rennen um Relevanz hinterherzulaufen, wählt sie heute eher danach, was ihrem Alltag näher kommt. Gleichzeitig arbeitet sie alte Wunden auf. In einem Interview mit dem Magazin AARP erinnerte Jodie an eine Nacht im Mai 1976, kurz vor der Cannes-Premiere von "Taxi Driver": Ihr Welpe stürzte eine Treppe hinunter und starb noch vor ihren Augen. Trotz des Schocks reiste sie an, wurde für ihre Rolle gefeiert – und schloss sich danach im Bad ein, aus Angst, der plötzliche Erfolg sei ein unheimlicher Tauschhandel gewesen. "Ich hatte innerlich das Gefühl, ich musste das, was ich am meisten liebte, aufgeben, um [diesen Erfolg] zu bekommen", sagte sie.
Jodie verglich ihre damalige magische Denkweise mit der der Hauptfigur aus dem Film "Amélie", die glaubt, das Glück anderer manipulieren zu können. Wie Amélie habe sie sich in Fantasien über ihre eigene Macht verstrickt – ein Gedankenspiel, über das sie mit niemandem sprach, nicht einmal mit ihrer Mutter. Bis heute prägen diese frühen Erfahrungen ihren Blick auf Ruhm, Nähe und Verantwortung im eigenen Leben. Sie sprach darüber, wie wichtig es für sie war, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen und durch neue Ansprüche an sich selbst wieder authentisch zu werden.







