George R. R. Martin: Streit eskaliert hinter den Kulissen
George R. R. Martin (77) hat in einem Interview mit The Hollywood Reporter ungewöhnlich deutlich über seinen zerbrochenen Draht zu Showrunner Ryan Condal gesprochen und damit den schwelenden Streit rund um House of the Dragon neu angefacht. Der Autor erklärte, er habe Ryan persönlich ins Projekt geholt und sich in Staffel 1 als Partner gefühlt, doch seit dem Abschied von Co-Showrunner Miguel Sapochnik (51) habe sich alles verändert. Ab Staffel 2 seien seine Hinweise zunehmend ignoriert worden, HBO habe ihn schließlich gebeten, seine Notizen direkt an den Sender zu schicken. "Es ist schlimmer als angespannt. Es ist abgründig", sagte George, der die Zusammenarbeit als "frustrierend" beschrieben hat.
Besonders brisant: George sprach auch über einen gelöschten Blogeintrag nach dem Finale von Staffel 2, in dem er die Produzentinnen und Produzenten für Änderungen kritisierte, die den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen könnten. "Ich hätte ihn wieder online gestellt, aber dann hätte ich wie ein Idiot ausgesehen. Und 80 % davon waren Lob, aber darauf haben die Leute sich nicht konzentriert", sagte er dem Hollywood Reporter. Auf Gerüchte, er sei zeitweise ganz aus der kreativen Arbeit ausgeschlossen worden, reagierte der Autor nur mit: "Ich kann darüber nicht sprechen." Währenddessen schwärmt er von der Schwesterserie "A Knight of the Seven Kingdoms", an der er als Produzent beteiligt war und die am 19. Januar 2026 bei HBO Max startet – ein klarer Kontrast zu seinem ernüchterten Ton bei "House of the Dragon".
Hinter den Kulissen galt George lange als Taktgeber für Westeros, der Autor suchte den Austausch mit Showrunnern und lieferte frühe Kommentare zu Drehbuchfassungen. Ryan, der als kreative Hoffnung für den Game of Thrones-Ableger galt, wurde anfangs als enger Verbündeter gesehen – eine Partnerschaft, die laut George in Staffel 1 noch funktionierte. Der Bruch fällt zeitlich zusammen mit dem Abgang von Miguel, der als Co-Showrunner und Regisseur für starke Set-Entscheidungen stand. George betonte nun, er habe sich mit seinen Anmerkungen zunehmend ins Leere gesprochen, während Ryan zum alleinigen Entscheidungsträger wurde. Dass George öffentlich so offen über Enttäuschungen redet, ist selten – intern beschreibt man ihn gern als detailverliebt und loyal gegenüber seiner Welt, die er ungern aus der Hand gibt.









